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FAQ Schreiben

FAQ_Schreiben ©Daniel Jurischka

Je nach Studienrichtung, Lehrstuhl und Lehrenden gibt es verschiedene Vorgaben zu den Formalien und zur Art und Weise, wie ein Zitat angegeben werden soll. Einige Lehrende haben auf der Homepage ihres Lehrstuhls ihre Wünsche bezüglich des Zitierens oder der Formalien angeben. Diese solltest du beachten. Schaue bitte dort zuerst nach.

Falls du auf der jeweiligen Homepage nichts findest, frage deine Lehrenden, ob sie Vorgaben bezüglich des Zitierens und der Einhaltung einer bestimmten Form einer wissenschaftlichen Arbeit sich wünschen und wie diese aussehen.

Falls ihr die Form der Zitatangaben wählen dürft, kannst du die Arbeitsblätter des Schreibzentrums nutzen (als Kopien in AB 115 und eine kleine Auswahl online hier).  Wichtig ist, dass du einheitlich bleibst. Wenn du also Literaturangaben in Fußnoten angibst, musst du dabei bleiben und kannst nicht mitten in der Arbeit auf Literaturangaben in Klammern umsteigen.

Gerne können wir dir im Schreibzentrum weiterhelfen und die Form und Zitatangabe deiner wissenschaftlichen Arbeit besprechen.

Eine wissenschaftliche Arbeit sollte einerseits nicht dazu dienen, persönliche Haltungen, moralische Einstellungen oder Intuitionen der/des Schreibenden im Sinne von „Ich finde, dass…“ oder „Meiner Meinung nach verhält es sich so…“ darzulegen.

Andererseits spiegeln das Thema und die Fragestellung deiner Arbeit, die Auswahl der Texte, auf die du dich berufst sowie die Gliederung deiner Arbeit schon dein eigenes Interesse wieder. Eine wissenschaftliche Arbeit ist der Ort für eine eigene, konkrete Fragestellung, auf die in wissenschaftlicher Weise zu reagieren ist. Du kannst also deine eigene Meinung schreiben, aber du musst sie durch Argumente und Belege begründen, d.h. sie wissenschaftlich herleiten und darstellen.

Eine gute Fragestellung hilft dir, gezielt an das Thema deiner wissenschaftlichen Arbeit heranzugehen und dich auf ein konkretes Problem beziehen zu können. Je detaillierter und präziser deine Frage gestellt ist, umso leichter wird es dir fallen Material zu finden, auszuwerten und zu strukturieren. Manchmal kann es auch sein, dass die Fragestellung während des Schreibprozesses noch weiter ausgearbeitet und konkretisiert wird, vor allem wenn du noch mehr recherchierst und weitere Informationen sammelst. Das zeigt, dass Schreiben immer ein etwas unvorhersehbarer Prozess ist. Du solltest aber versuchen, vor dem Beginn der Rohfassung, die Fragestellung festzulegen, damit du beim Schreiben nicht vom Thema abschweifst.

Eine Fragestellung ist in Hausarbeiten und Abschlussarbeiten erforderlich. Sie gibt dir und deinen Leser*innen (Dozierende/ Studierende) eine Orientierung und bestimmt den roten Faden deines Textes. In anderen Arbeiten kann es statt einer Fragestellung auch lediglich eine Zielsetzung (Kurzhausarbeiten) oder eine These geben, die diskutiert wird (Essays).

Tipp: In der Schreibberatung kannst du Methoden ausprobieren, die dir helfen, eine Fragestellung zu entwickeln. Besprich deine Fragestellung mit den Lehrenden, bevor du mit dem Schreiben beginnst!

Die von der Universitätsbibliothek angekauften oder im Hause betreuten elektronischen rechtswissenschaftlichen Quellen findest du unter:
www.ub.europa-uni.de/de/externe_recherche/datenbanken/fachdatenbanken/recht/index.html

Gedruckte Texte sind die Endprodukte eines längeren Arbeitsprozesses. Dem fertigen Texten sieht man weder an, wie viel Mühe und wie viele Überarbeitungen es gekostet hat, bis sie druckreif waren, noch kann man erkennen, welchen Anteil ein Lektorat oder redaktionelle Glättungen daran haben, einen Text zur Druckreife zu bringen. Der Normalfall ist: in druckreifen Texten steckt viel Arbeit!

Beim Schreiben laufen in deinem Gehirn sehr viele Prozesse gleichzeitig ab. Du musst dein Wissen über die Inhalte, die Textsorte und die Adressaten im Langzeitgedächtnis aktivieren, du musst mit oft unbewussten Emotionen umgehen und vieles mehr. Das Arbeitsgedächtnis, das dafür zuständig ist, alle diese Prozesse zu regeln, ist manchmal davon überlastet, dass so vieles gleichzeitig geschieht – vor allem, wenn man relativ wenig Übung beim Schreiben hat.

Tipp: Versuche nicht alles gleichzeitig, stelle die Formulierungsarbeit hinten an, wenn sie dir schwer fällt. Schreibe deine Texte also zunächst ohne Wert darauf zu legen, dass sie stilistisch geschliffen sind. Im zweiten Schritt kannst du dann die Formulierungen überarbeiten.

Viele Menschen betrachten das Schreiben als Frage des Talents und weniger als Handwerk. Es hängt aber nur bedingt von Talent ab, ob Schreiben einem leicht oder schwer fällt oder ob man sich schriftlich gut ausdrücken kann oder nicht. Vergleicht man Schreiben mit Malen oder Musizieren, dann leuchtet ein, dass es auf Wissen und Übung ankommt: Kennst du Schreib-Methoden und -Strategien? Wie bewusst gestaltest du deinen Schreibprozess? Welche Schreib-Routine hast du entwickelt?

Die Schreib-Forschung hat viele Erkenntnisse über die Entstehung und die Wirkungsweise von Texten gewonnen. Daher lautet die Antwort auf die Frage eindeutig: Ja, du kannst dein Schreiben verbessern – zum Beispiel durch:

  • Reflexion des eigenen Schreibverhaltens,
  • Anwendung neuer Schreibmethoden,
  • professionelles Feedback auf eigene Texte und
  • durch angeleitete Schreibübungen.

Tipp: Viele Angebote zu diesen Aspekten findest du bei uns im Schreibzentrum. Lass dich gerne dazu in der Schreibberatung beraten.

Schreiben ist keine leichte Aufgabe. Einen wirklich guten Text zu schreiben, braucht viel Übung und/oder viel Zeit. Ob man Spaß am Schreiben haben kann, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Für wen schreibt man den Text? Was hängt von seiner Qualität ab? In welcher Arbeitsatmosphäre fühlt man sich wohl? Wie kreativ darf man beim Schreiben sein? Welche Lösungsstrategien kennt man, um Schreibprobleme zu bewältigen?

Es kann helfen, den Schreibprozess, also den Prozess der Erstellung deines Textes, in kleinere Einheiten zu zerlegen, mit denen man Stück für Stück voran kommt, anstatt immer nur den Berg der kompletten Schreibaufgabe vor sich zu sehen. Kleine Schritte, die das Gefühl vermitteln, doch kontinuierlich voranzukommen, können zur Motivation beitragen.

Tipp: Weitere (Schreib-)Methoden, den Spaß beim Schreiben zu finden, kannst du auch gerne mit uns in der Schreibberatung besprechen.

Der Vorteil einer Textüberarbeitung anhand eines Ausdrucks gegenüber der Überarbeitung am Bildschirm besteht darin, dass man ausgedruckte Seiten besser überschauen kann. Es ist leichter zu erkennen, wohin man Textpassagen verschieben sollte, weil man mit dem Ausdruck immer auch den größeren Kontext vor Augen hat. Am Bildschirm sieht man immer nur einen verhältnismäßig kleinen Textausschnitt und muss im Text hoch und runter scrollen, um den Überblick zu erhalten. Anhand eines ausgedruckten Textes ist es sowohl leichter, inhaltliche Wiederholungen oder Lücken zu erkennen als auch Textteile umzustrukturieren.

Für viele stellt der Einstieg in das Schreiben eine Hürde dar. Schütte eine Rampe auf, die dich sacht auf die Höhe der Hürde führt, es ist dann leichter, darüber zu springen. Bereite den Einstieg in das Schreiben mit Zwischenschritten vor, indem du z.B. inhaltliche Stichpunkte für einen Textteil notierst oder du mit einem MindMap die möglichen Inhalte eines Textteils visualisierst. Wenn du Quellen liest und auswertest, die du für deinen Text benötigst, fasse deren Inhalte nicht bloß schriftlich zusammen, sondern notiere auch deine Kommentare dazu (was bedeutet diese Quelle in Bezug auf dein Thema, was findest du daran wichtig und warum?). Produziere also schon Text, bevor du damit beginnst, deinen Text zu schreiben.

Tipp: Weitere (Schreib-)Methoden, einen angenehmen Einstieg ins Schreiben zu finden, kannst du auch gerne mit uns in der Schreibberatung besprechen.

Für komplexe Textaufgaben (Konzepte, Gutachten, wissenschaftliche Arbeiten etc.) ist es sinnvoll, wenn du auf der Grundlage deiner Fragestellung und des Textziels eine Grobgliederung entwirfst, die die Hauptschritte des Textes enthält. Die Ausdifferenzierung in Unterkapitel kann dann im Arbeitsprozess entstehen, wenn du dich näher mit der Materie beschäftigst und beim Schreiben erkennst, was du genau an Unterkapiteln benötigst. Es ist zwar möglich, aber keineswegs zwingend, vor dem Schreiben eine Gliederung zu entwerfen, die schon sämtliche Unterkapitel enthält.

Versucht man, seinen Text zuerst zu denken und dann „bloß noch“ aufzuschreiben, verlangt man sich nicht nur unnötigerweise eine hohe mentale Leistung ab, sondern lässt auch ein großes Potenzial vom Schreiben ungenutzt. So wie wir manchmal auf neue Gedanken kommen, während wir über eine Sache sprechen, so können wir auch beim Schreiben neue Ideen generieren, Zusammenhänge erkennen oder notwendige Fragen identifizieren. „Schreibend denken“ ist daher eine Entlastung unseres Arbeitsgedächtnisses, indem es unseren Denk-Raum erweitert. Zugleich ist es die Chance, einen Text kreativ zu entwickeln.

Tipp: Es gibt viele tolle (Schreib-)Methoden dazu, die wir dir gerne in der Schreibberatung zeigen.

Viele Schreibende verstehen unter „überarbeiten“ ein paar Schönheitskorrekturen kurz vor Abgabe oder Fertigstellung des Textes. Professionelle Schreibende hingegen sehen in der Überarbeitung die Phase, in der der Text – auf der Grundlage einer Rohfassung – tatsächlich entsteht. Sie bestimmen das Verhältnis von Erstentwurf und Überarbeitung in etwa als 1:3 oder gar 1:4.

Um effizient zu überarbeiten, empfiehlt es sich, in mehreren Überarbeitungsschleifen von der Makro- zur Mikroebene des Textes vorzugehen. Das heißt zunächst zu prüfen, ob inhaltlich alles im Text ist, was hinein muss, bzw. ob Wiederholungen, Redundanzen oder Irrelevantes gestrichen werden kann. Daran schließt sich die Frage zur Struktur an, die Frage, ob alles an der richtigen Stelle steht. Erst wenn der Text inhaltlich und strukturell stimmig ist, lohnt es sich, Sprache und Stil zu überarbeiten. Denn wenn du zuerst an einem Abschnitt sprachlich feilst, den du später evtl. aus inhaltlichen oder strukturellen Gründen streichst oder verschieben musst, dann hast du umsonst gefeilt. Zuletzt überarbeite die Mikro-Ebene – die Wort- und Buchstabenebene – mit dem klassischen Korrekturlesen bezüglich Rechtschreibung und Grammatik.