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Studieren mit Beeinträchtigungen

Logo_Barrierefrei_Website ©Ingo Carsten Rosche

Für Studieninteressierte und Studierende mit chronischen körperlichen oder seelischen Erkrankungen und Behinderungen gibt es eine Reihe von Möglichkeiten individuelle Unterstützung im Studium zu erhalten. Im Folgenden finden Sie wichtige Informationen rund um das Studium mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

An der Viadrina sind die grundständigen Studiengänge überwiegend zulassungsbeschränkt. Die Studienplätze werden im Auswahlverfahren vergeben. Aktuelle Informationen zum Bewerbungsverfahren sind im Internet unter study.europa-uni.de > Bewerbung zu finden. Bewerbungsschluss für zulassungsbeschränkte Studiengänge: 15. Januar (Sommersemester) und 15. Juli (Wintersemester). Bitte beachten Sie, dass die Bewerbungsfristen für einzelne Studiengänge abweichen können, informieren Sie sich daher ebenfalls auf den Webseiten des jeweiligen Studienganges.


Härtefallantrag

Um eine chancengleiche Teilhabe zu sichern, sind bis zu zwei Prozent der Studienplätze für Bewerber*innen mit außergewöhnlicher Härte vorbehalten. Mit einem Härtefallantrag können gesundheitlich beeinträchtigte Studierende eine sofortige Zulassung zum Studium beantragen, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, länger auf einen Studienplatz zu warten. Dabei wird die gesundheitliche Situation der Studierenden berücksichtigt. Gründe können z. B. eine fortschreitende Erkrankung oder Behinderung sein, aber auch der Sachverhalt, dass der gewählte Studiengang eine erfolgreiche berufliche (Wieder-) Eingliederung verspricht. Ein fachärztliches Gutachten muss diesen Umstand belegen. Bitte fügen Sie den Härtefallantrag formlos zu Ihrer Bewerbung hinzu. Als Antragsbegründung sind geeignete Nachweise beizufügen. Allgemeine Informationen zum Härtefallantrag finden Sie auch hier.


Antrag auf Nachteilsausgleich

Mit dem Antrag auf Nachteilsausgleich können Sie eine Verbesserung Ihrer Durchschnittsnote oder eine Verkürzung der Wartezeit erwirken. Am Auswahlverfahren können z. B. Studierende teilnehmen, die während ihrer Schul- bzw. Ausbildungszeit aufgrund einer Krankheit oder Behinderung beeinträchtigt waren. Bitte fügen Sie den Antrag auf Nachteilsausgleich formlos Ihrer Bewerbung bei (bis 15. Januar bzw. 15. Juli). Genau wie beim Härtefallantrag sind auch dem Antrag auf Nachteilsausgleich weitere Dokumente zur Antragsbegründung beizulegen (z. B. Schulgutachten). Wir empfehlen Ihnen, sich bei Interesse für ein Studium an der Viadrina rechtzeitig mit Ihren Fragen zur Bewerbung entweder an die Beratungstelle für Studierende mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder an das Zulassungsamt zu wenden:

Stefanie Piekos

Leiterin des Immatrikulations- und Prüfungsamtes
Auditorium Maximum, Raum 07
Telefon (03 35) 55 34 - 42 69

Alle Prüfungsordnungen der Studiengänge der Viadrina enthalten Regelungen zum Nachteilsausgleich für gesundheitlich beeinträchtigte Studierende (s. Allgemeine Studien- und Prüfungsordnung §19). Die Regelungen stehen den Studieninteressierten und Studierenden mit chronischer Krankheit, seelischer Erkrankung und langfristiger oder dauerhafter körperlicher Beeinträchtigung zur Verfügung, um Ihnen eine chancengleiche Teilhabe am Studium zu sichern. Die Regelungen betreffen sowohl Auswahlverfahren, als auch den gesamten Studienablauf und die Prüfungen.


Nachteilsausgleiche

In der Studienberatung können Art, Form und unter besonderen Voraussetzungen auch der Inhalt der zu erbringenden Studien- und Prüfungsleistung  geregelt sowie Empfehlungen für organisatorische, bauliche und finanzielle Hilfen gegeben werden, die einen Nachteilsausgleich sichern. Nachteilsausgleiche sind immer individuell. Hier nur einige Beispiele:

      • Zeitverlängerung bei Klausuren und schriftlichen Seminararbeiten
      • Verlängerung der Studienzeit
      • Umwandlung der Prüfungsform
      • Bearbeitung von Klausuren an speziellen Computerarbeitsplätzen und/oder in einem gesonderten Raum
      • Zulassung von technischen und personellen Hilfen bei Klausuren
      • weitere individuelle Regelungen

Die Studien- und Prüfungsbedingungen werden an die persönlichen Belange der Studierenden angepasst. Entsprechende Nachteilsausgleiche helfen, mittelbare und unmittelbare Benachteiligungen zu verhindern, die sich aus einer gesundheitlichen Beeinträchtigung ergeben. Ein Nachteilsausgleich kann folglich nie eine Bevorteilung bedeuten. Und da der Leistungsanspruch nicht gemindert wird, dürfen sie sich nicht auf die Bewertung der Prüfungsleistungen auswirken und nicht in Zeugnisse oder Leistungsgutachten aufgenommen werden.


Anspruch auf Nachteilausgleich

Alle Studierenden, deren besondere Bedingungen sich in folgender Definition wiederfinden, haben einen gesetzlichen Anspruch auf Nachteilausgleiche.

„Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können.“ (9. Sozialgesetzbuch, § 2 Absatz 1; § 3 Behindertengleichstellungsgesetz)

Im Grunde genommen, schließt diese Definition der Behinderung sowohl chronisch physische als auch psychische Erkrankungen ein.


Antrag auf Nachteilsausgleich

Bei Prüfungsleistungen - wie auch Studienleistungen - ist mithilfe der barrierefrei-Beratung ein schriftlicher Antrag an den zuständigen Prüfungsausschuss zu richten. In diesem Antrag sollten die Studierenden die für sie geeigneten Nachteilsausgleiche darlegen. Der Anspruch auf Nachteilsausgleich ist durch einen Schwerbehindertenausweis und/oder ein fachärztliches oder therapeutisches Gutachten nachzuweisen. Der vom Prüfungsausschuss genehmigte Nachteilsausgleich ist schriftlich festgehalten und kann den Lehrenden vorgelegt werden.

Im Nachteilsausgleich sind folgende Punkte enthalten:

      • Name
      • Matrikelnummer
      • Studiengang
      • gewährte Maßnahmen
      • Unterschriften
      • Art der Beeinträchtigung wird (in Übereinstimmung mit datenschutzrechtlichen Anforderungen) nicht angegeben.


Hinweise für Ärzt*innen

Hier finden Sie Hinweise zur Erstellung des fachärztlichen bzw. therapeutischen Gutachtens. Beachten Sie, dass die Hinweise nicht verbindlich sind, sondern eine Hilfestellung für Ärzt*innen und Therapeut*innen hinsichtlich der Formulierung einer Bescheinigung zur Vorlage beim Prüfungsausschuss darstellen.

Hinweise für Ärtzt*innen

Die finanziellen Aufwendungen im Studium sind für Studierende mit gesundgeitlichen Beeinträchtigungen häufig höher; beispielsweise müssen eine barrierefreie Transportmöglichkeit durch Auto oder Fahrdienst für Rollstuhlfahrer*innen finanziert oder andere Hilfsmittel angeschafft werden. Zusätzliche Kosten können auch durch eine krankheitsbedingt verlängerte Studiendauer entstehen. Um einen verzögerten Studienbeginn, die Verlängerung des Studiums o. ä. zu vermeiden, ist die rechtzeitige Sicherung der Finanzierung des Studienmehrbedarfs von besonderer Bedeutung.


Befreiung vom Beitrag für das Studentenwerk Frankfurt (Oder)

In Falle einer Beurlaubung (z. B. wegen Krankheit, Schwangerschaft, Auslandsstudium) können Studierende von der Beitragspflicht befreit werden. Dem Antrag auf Befreiung muss eine ärztliche Bescheinigung beigelegt werden. Weitere Informationen sowie den Antrag auf die Befreiung von der Beitragspflicht finden Sie auf der Website des Studentenwerks.


BAföG

Wenn keine ausreichenden eigenen Mittel zur Verfügung stehen und das Einkommen oder Vermögen der Eltern bzw. des Ehepartners nicht ausreichen, steht die Ausbildungsförderung auch für gesundheitlich beeinträchtigte Studierende nach dem BAföG-Gesetz für die Studienfinanzierung zur Verfügung. Auf Antrag ist eine Verlängerung des Förderzeitraumes möglich. Mehrausgaben aufgrund von Beeinträchtigungen während des Studiums finden bei der BAföG-Berechnung nur begrenzt Berücksichtigung. Weitere Informationen finden Sie hier.


Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung

Die Finanzierung der im Einzelfall erforderlichen technischen und personellen Unterstützung sowie von Mobilitätshilfen erfolgt überwiegend im Rahmen der  Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung (§§ 53, 54 SGB XII). Mittel zur Finanzierung können nur Studierende mit besonderen Härtefällen beziehen. Es müssen schwerwiegende, außergewöhnliche und möglichst nicht selbstverschuldete Umstände gegeben sein, die die Notlage hervorgerufen haben oder hervorrufen werden bzw. ein zügiges Studieren verhindern. Es zählt die Besonderheit des Einzelfalls. Weitere Informationen finden Sie hier.


Kranken- und Pflegeversicherung

In Ausnahmefällen finanzieren auch andere Kostenträger das Studium. Dies kann der Fall sein, wenn die gesundheitliche Beeinträchtigung Folge eines Impfschadens, eines Arbeitsunfalls oder anderen Unfalls ist. Finanziert werden z. B. Hilfsmittel bzw. Pflegegeld und/oder Sachleistungen.


Härtefalldarlehen

Auf Antrag haben alle Studierende, die sich in einer finanziellen Notsituation befinden, die Möglichkeit, vom Studentenwerk ein Härtefalldarlehen in Anspruch zu nehmen. Als Grundlage der Entscheidungsfindung dient die durch den Verwaltungsrat beschlossene Richtlinie zur Gewährung von Härtefalldarlehen.

Das Darlehen ist zinslos und die Maximalhöhe beträgt 500 €. Über die Gewährung des Härtefalldarlehens entscheidet nach Zustimmung der Studierendenvertretung die Geschäftsführung des Studentenwerkes. Die Rückzahlungsmodalitäten werden auf der Grundlage der Richtlinie zur Vergabe von Härtefalldarlehen individuell vereinbart und betragen mindestens 50 € monatlich. Weitere Informationen finden Sie hier.


Stipendienstelle an der Viadrina

Studierende der Viadrina können unter Einhaltung der Kriterien aus den verschiedenen Stipendien-Programmen ein Stipendium beantragen. Stipendienstelle:

Franziska Reich
Auditorium Maximum, Raum 210
E-Mail | Telefon (03 35) 55 34 - 4797


Begabtenförderungswerke und Stiftungen

Die bundesweit tätigen Begabtenförderungswerke und Stiftungen sind auch in Fragen der Förderung von Menschen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung von besonderer Bedeutung. Bei Bewerbungsverfahren sind gesundheitlich beeinträchtigte Studierende und Promovierende berechtigt, Nachteilsausgleiche in Anspruch zu nehmen, etwa bei krankheitsbedingter Überschreitung der Altershöchstgrenze.

Weitere Förderungsmöglichkeiten:


Studienkredite

Wenn die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nicht genügen, um die Studienfinanzierung sicher zu stellen, gibt es unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, einen Kredit in Anspruch zu nehmen. Da die Angebote und Konditionen sehr unterschiedlich sind, sollten Sie sich darüber rechtzeitig und ausführlich informieren.

Auslandserfahrungen sind für Studierende ein zentraler Bestandteil ihrer Studien- sowie Ihrer Karriereplanung. In einigen Studiengängen sind Auslandssemester oder -praktika ein obligatorischer Teil des Studiums. Diese Erfahrungen erleichtern Ihnen nicht nur den Berufseinstieg, sondern Sie erhalten dadurch u. a. die Möglichkeit, ihre Fremdsprachkenntnisse zu vertiefen, eine andere Kultur kennenzulernen und sich mit anderen Hochschulsystemen auseinanderzusetzen. Studierende mit gesundheitlicheen Beeinträchtigungen sollten je nach persönlichem Bedarf das Auslandssemester sorgfältig planen, da die (infrastrukturelle, technische und institutionelle) Barrierefreiheit an den jeweiligen Hochschulen unterschiedlich umgesetzt sein kann. Sie sollten daher ein bis zwei Jahre Planungszeit einkalkulieren, falls Sie zusätzlich ein Stipendium anstreben.

Die Mitarbeiter*innen des Beratungsteams unterstützen Sie dabei sehr gern. In Zusammenarbeit mit dem Career Center, mit Blick auf die Praktiukumsplanung, und der Abteilung für Internaionale Angelegenheiten informieren wir Sie über die Barrierefreiheit an den Hochschulen im Ausland und beantworten weitere Fragen zu Ihrem Auslandsaufenthalt. Setzen Sie sich gern mit uns in Verbindung!

Individuelle Beratung und Unterstützung bei der Wahl des Studienortes und bei dem Auslandsaufenthalt an einer der Partnerhochschulen der Viadrina erhalten Sie in der Abteilung für Internationale Angelegenheiten.


Weitere Hinweise und Angebote

Studierendenwohnanlagen

Aktuell stehen den Studierenden an der Viadrina barrierefreie Wohnungen zur Verfügung - sie befinden sich in den Wohnanlagen Große Oderstraße und Berliner Straße. Für die Vermittlung dieser Wohnungen ist das Studentenwerk Frankfurt (Oder) zuständig. Ausgehend von den Bedürfnissen der Studierenden mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen können die Wohnungen außerdem individuell an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden.

E-Mail | Telefon (03 35) 56 50 953


Wohnungsangebote in Frankfurt (Oder)

Weitere Angebote finden Sie auf den Websites der Wohnungsbaugenossenschaft und des kommunalen Wohnungsunternehmens:

11 % aller Studierenden geben eine oder mehrere studienrelevante Beeinträchtigung/en an.         6 % aller Studierenden geben an, dass sich ihre Beeinträchtigungen stark oder sehr stark studienerschwerend auswirken.

Quelle: Ergebnisse der 21. Sozialerhebung zum Thema "Gesundheitliche Beeinträchtigung und Studienerschwernis", 2017.

Für die Viadrina bedeutet dies, dass mehr als 390 Studierende in ihrem Studium mittelschwer oder sehr schwer beeinträchtigt sind. Barrierefreiheit ist daher ein wesentlicher Bestandteil ihres und unseres universitären Alltags.


Studierende mit studienbeeinträchtigenden, gesundheitlichen Erkrankungen unterbrechen häufiger und länger ihr Studium und wechseln öfter den Studiengang bzw. die Hochschule als Studierende ohne Beeinträchtigung. Es besteht ein deutlich erhöhter Beratungs- und Unterstützungsbedarf.

Die grundlegende Änderung des deutschen Hochschulsystems im Zuge des Bologna-Prozesses bietet gesundheitlich beeinträchtigten Studierenden einerseits Chancen auf größere Teilhabe am universitären Leben, andererseits aber auch Risiken der Benachteiligung.

An den Hochschulstandorten finden sich nach wie vor vielfältige Barrieren, die  u. a. die Zugänglichkeit von Gebäuden, die Wohnmöglichkeiten, die Didaktik, die Hilfsmittelversorgung, die Mobilität oder den Zugang zu Informationen betreffen.

Neue Barrieren entstehen durch die restriktiveren zeitlichen und formalen Vorgaben der gestuften Studiengänge und durch neue Zulassungsverfahren für Bachelor- und Masterstudiengänge.

Probleme bereitet die Finanzierung des behinderungsbedingten Mehrbedarfs, einschließlich der Finanzierung von Praktika. Die Zuständigkeit unterschiedlicher Kostenträger für diese Gruppe erschwert die Organisation der Studienfinanzierung und damit den Studieneinstieg zusätzlich.

Zudem sind die Hochschulakteure nicht ausreichend für die Belange dieser Studierenden sensibilisiert.

Quelle: Bündnis barrierefreies Studium. 2010. Auf dem Weg zu einer "Hochschule für Alle" - Bausteine für die Herstellung chancengleicher Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Hochschulbildung. Ein Diskussionsbeitrag.


Die Universitäten – auch die Viadrina – erkennen zunehmend, dass sie nicht mehr vom Leitbild der “Normalstudierenden” ausgehen können, sondern alle Studierenden als Individuen mit besonderen Fähigkeiten und Stärken, aber auch eigenen Bedürfnissen akzeptieren müssen. Dazu gehört, dass stärker als bisher Maßnahmen ergriffen werden müssen, um ein inklusives Hochschulsystem zu schaffen und die Chancengleichheit für bestimmte Gruppen sicherzustellen. Dabei stehen insbesondere Gender, Migrationshintergrund bzw. kultureller Hintergrund, Gesundheitszustand bzw. Behinderung, Alter, sexuelle Identität und sozialer Status (hier insbesondere die Herkunft aus einer NichtakademikerInnen-Familie) im Fokus.

Bezogen auf gesundheitlich beeinträchtigte Menschen bedeutet dies, dass sie als Studierende, WissenschaftlerInnen und nicht-wissenschaftliche MitarbeiterInnen selbstverständlich zur Universität gehören. Die Universität als Ganzes, aber auch jeder einzelne Studiengang, jede Lehrveranstaltung und jede Prüfung sollten so gestaltet sein, dass möglichst viele Menschen daran teilhaben können, ohne dass Sondermaßnahmen erforderlich werden.

Da aber nie alle Bedarfe vorhergesehen werden können, werden die beeinträchtigenden Nachteile durch individuelle Vorkehrungen so weit wie möglich ausgeglichen - auch an der Europa-Universität Viadrina. Die Universität strebt nach einer gleichberechtigten Teilhabe all ihrer Mitglieder am universitären Leben und bekennt sich zur Aufgabe, einen kritischen Blick auf die Barrieren im Zugang zum und im Studium zu werfen und sie zu beseitigen.

Laut Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland darf niemand aufgrund ihrer/seiner Beeinträchtigung oder Behinderung benachteiligt werden. 

Hochschulrahmengesetz

Laut Hochschulrahmengesetz müssen die Hochschulen die besonderen Bedürfnisse beeinträchtigter Menschen berücksichtigen.

“Die Hochschulen wirken an der sozialen Förderung der Studierenden mit; sie berücksichtigen die besonderen Bedürfnisse von Studierenden mit Kindern. Sie tragen dafür Sorge, dass behinderte Studierende in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können.” (§ 2 Absatz 4 Satz 1 und 2) (Stand: März 2018)

Brandenburgisches Hochschulgesetz

Das Brandenburgische Hochschulgesetz bestimmt zusätzlich im § 3 Absatz 4, dass die Hochschulen in allen Bereichen die erforderlichen Maßnahmen zur Integration behinderter Hochschulangehörigen treffen und Maßnahmen ergreifen, die einen Nachteilsausgleich im Studium und bei den Prüfungen gewährleisten.

Im § 22 Absatz 1 Satz 4 sind die Nachteilsausgleiche bei Prüfungen festgelegt:

"Ein Nachteilsausgleich für Studierende mit nachgewiesenen körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen und Behinderungen zur Anerkennung gleichwertiger Leistungen in anderer Form oder verlängerter Zeit ist vorzusehen." (Stand: März 2018)

Das Brandenburgische Hochschulgesetz legt im § 69 auch die Aufgaben der / des Behindertenbeauftragten fest:

„Die oder der Beauftragte für die Belange von Hochschulmitgliedern mit Behinderungen wirkt bei der Organisation der Studienbedingungen nach den Bedürfnissen behinderter Mitglieder mit. Sie oder er hat das Recht auf notwendige und sachdienliche Information sowie Teilnahme-, Antrags- und Rederecht in allen Gremien der Hochschule in Angelegenheiten, welche die Belange der Behinderten berühren.“ (Stand: März 2018)

Sozialgesetzbuch

„Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können.“  (§ 2 Absatz 1 SGB IX) (Stand: März 2018)

Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

(UN-Behindertenrechtskonvention)

„Zu den Menschen mit Behinderungen zählen Menschen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können.“ (Artikel 1 UN-Behindertenrechtskonvention) (Stand: März 2018)

Deutschland gehörte zu den Erstunterzeichnern der UN-Behindertenrechtskonvention, welche am 26. März 2009 für Deutschland in Kraft trat. Bund und Länder haben sich damit verpflichtet (Artikel 4 Absatz 1 UN-Behindertenrechtskonvention),

  • die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen sicherzustellen
  • Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen zu verhindern
  • geeignete Gesetzgebungs-, Verwaltungs- und sonstige Maßnahmen zu treffen, damit die Vorgaben dieser Konvention realisiert werden. (Stand: März 2018)
Beratungsangebote an der Europa-Universität Viadrina

Zentrale Studienberatung und barrierefrei - Beratung für Studierende mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen
Die Beratung für Studierende mit gesundheitlichen Beeiträchtigungen ist in der Zentralen Studienberatung angesiedelt. 

Psychologische Beratung
Die Psychologische Beratungsstelle der Viadrina ist ein offenes Angebot für Studierende, die sich in einer schwierigen oder belastenden Situation im Verlauf Ihres Studiums befinden. Es ist ein vertrauliches und kostenfreies Gesprächsangebot und dient der lösungsorientierten Beratung und dem verbesserten Selbstmanagement.

Immatrikulationsamt
Die Leiterin des Immatrikulations- und Prüfungamtes, Stefanie Piekos, unterstützt Sie im Bewerbungsverfahren zum Studium, u. a. bei der Antragstellung zum Härtefall und Nachteilsausgleich.

Familienbüro
Die Familienbeauftragte berät Studierende und Beschäftigte mit Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen zu allen Fragen rund um die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie. Für ein persönliches Beratungsgespräch vereinbaren Sie bitte vorab einen Beratungstermin.

Studentenwerk Frankfurt (Oder)
Das Studentenwerk Frankfurt (Oder) hält verschiedene Unterstützungsangebote für Sie bereit. Hier erhalten Sie Auskunft und  Hilfestellungen bei sozialen, psychologischen oder finanziellen Problemen.


Beratungsangebote in Frankfurt (Oder) und in Brandenburg

Interessegemeinschaften und Selbsthilfegruppen

Bundesverbände


Bundesarbeitsgemeinschaften