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Konzeption der ENS of Digital Studies

An der European New School of Digital Studies (ENS) soll durch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der digitalen europäischen Gesellschaft ein neues transdisziplinäres und internationales Themenfeld in Forschung und Lehre etabliert werden, das zur deutlichen Profilerweiterung der Europa-Universität Viadrina (EUV) und des Collegium Polonicum (CP) als zukunftsfähigem und innovativem Wissenschaftsstandort beiträgt.

Mit der ENS wird der Gründungsauftrag der Viadrina als Europa-Universität fortgeführt und die deutsch-polnische Wissenschaftskooperation mit der Adam-Mickiewicz-Universität (AMU) auch institutionell auf eine neue Stufe gehoben. Gemeinsam wenden sich beide Universitäten der wissenschaftlichen Bearbeitung einer europäischen Zukunftsfrage zu, nämlich den Herausforderungen und Chancen der europäischen digitalen Gesellschaft. 

Die ENS wird in einem ersten Schritt als Einrichtung der EUV nach brandenburgischem Hochschulrecht gegründet. An der AMU wird gleichzeitig ein äquivalenter Weg nach polnischem Hochschulrecht beschritten. Perspektivisch ist es Ziel, die ENS als gemeinsame grenzüberschreitende Einrichtung der EUV und AMU am CP zu etablieren.

Transdisziplinäre Forschung und Lehre zur europäischen digitalen Gesellschaft

An der ENS werden Ökonominnen und Ökonomen, Juristinnen und Juristen, Sozial- und Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und technische Expertinnen und Experten für künstliche Intelligenz und Computerlinguistik mit dem Ziel lehren und forschen, Antworten auf die Herausforderungen der digitalen Gesellschaft zu finden.

Die zentralen Forschungsfelder der ENS werden die folgenden Bereiche umfassen:

Grafik 1 ©Jürgen Neyer


Das interdisziplinäre Kernkollegium soll vier W2/W3-Professuren mit den Denominationen „Innovation and Digital Entrepreneurship“, „Law of the Digital Society“, „Digital Democracy and Governance“ und „Science, Technology and Society“ sowie zwei W1-Professuren mit den Denominationen „Digital Ethics“ und „Digital Humanities“ umfassen. Die AMU leistet ihren Beitrag in Forschung und Lehre in „Big Data and Artifical Intelligence“ und „Computerlinguistics“. Externe Fellows und Gastdozenten mit zivilgesellschaftlicher, wirtschaftsnaher und technologischer Expertise wirken projektbezogen in Forschung und Lehre mit.

Der Lehr- und Studienbetrieb soll im Wintersemester 2020/21 mit dem internationalen Master of Digital Entrepreneurship (MADE) aufgenommen werden, der sozial- und geisteswissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, rechtswissenschaftliche und technische Studieninhalte in einem studierendenzentrierten und projektbasierten Curriculum verbindet. Mittelfristig soll das Studienangebot um einen Bachelor- und einen forschungsorientierten Masterstudiengang sowie um eine weiterbildende Komponente erweitert werden.

Grafik 2 ©Jürgen Neyer


​Alle Studienangebote sind transdisziplinär, kombinieren wissenschaftliche Reflexionen mit praktischen Fähigkeiten und qualifizieren ihre Absolventinnen und Absolventen dazu, den sozialen und ökonomischen Wandel in der europäischen digitalen Gesellschaft mitzugestalten. Studierende werden als Partner im Forschungs- und Lehrprozess verstanden und bekommen die Möglichkeit, ihre studentischen Projekte an der ENS und mit lokalen, regionalen und internationalen Kooperationspartnern (Unternehmen, NGOs etc.) zu realisieren.

Digitale Lehr-, Lern- und Prüfformate sind zentraler Bestandteil des Studiums an der ENS, werden dort entwickelt, erprobt und evaluiert und so selbst Gegenstand der wissenschaftlichen Reflexion von Digitalisierung.

Vernetzt in Wissenschaft und Gesellschaft – Wissenschaft in und für die Gesellschaft

Die ENS ist in die regionale und europäische Wissenschaftslandschaft eingebunden: neben den gemeinsamen Studienangeboten mit der AMU und der intensivierten Zusammenarbeit mit der Panthéon-Sorbonne kooperiert sie u. a. mit der Stiftung Wissenschaft und Politik, dem Leibniz-Institut für Innovative Mikroelektronik und dem Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und beabsichtigt, weitere Kooperationsbeziehungen in Berlin-Brandenburg zu etablieren.

Unter anderem durch Zusammenarbeit mit dem Co-Working Space der Viadrina, der Transferstelle, der geplanten Gründerwerkstatt, der medienrechtlichen Law Clinic, dem Legal Tech Center sowie dem Center for Internet and Human Rights werden der Wissens- und Praxistransfer sowie die Vernetzung mit regionalen und überregionalen Praxis- und Kooperationspartnern gefördert und Wachstumsimpulse für die Region gesetzt.

Diese Zusammenfassung des Konzeptes finden Sie auch als PDF-Datei zum Download in der rechten Spalte. Die Übersicht ist auf Deutsch, Englisch und Polnisch verfügbar.

Prof. Dr. Jürgen Neyer hat die European New School of Digital Studies am 5. Dezember 2018 im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Brandenburgischen Landtags vorgestellt (Protokoll).