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Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Von Kühen, Kleinkindern und Künstlicher Intelligenz – Hybride Linguistik-Konferenz über ein posthumanistisches Verständnis menschlicher Interaktion

Vom 24. bis 26. März 2022 kamen an der Viadrina rund 80 Linguistinnen und Linguisten zusammen, um die internationale Konferenz „Unthinking Language – Paths towards Posthumanist Understandings of Human Interaction“ zu verfolgen. Viadrina-Linguistin Prof. Dr. Britta Schneider, Inhaberin der Professur für Sprachgebrauch und Migration, hatte gemeinsam mit Prof. Dr. Theresa Heyd, Lehrstuhlinhaberin für Englische Sprachwissenschaft an der Universität Greifswald, zu der hybriden Veranstaltung eingeladen.

Die Bandbreite der Themen bei der dreitägigen Konferenz war groß. Allein ein Blick in das Programm am zweiten Konferenztag zeigte zahlreiche, auch überraschende, Zugänge zu einem „posthumanistischen Verständnis menschlicher Interaktion“ wie es im Titel hieß. Hier ging es um die Entwicklung von Gebärden in internationalen Gebärdensprachen-Communitys, um Gesten von Kindergartenkindern, um die Kommunikation zwischen Mensch und Hund sowie die Interaktion von Kühen. Am dritten Konferenztag wurden dann technische und digitale Aspekte betont, beispielsweise die Rolle von Künstlicher Intelligenz in der künftigen Interaktion. >>>weiterlesen

Für ein „hervorragendes Gelingen“ des hybriden Formates, dem etwa 10 Personen im Logensaal und 70 Personen digital folgten, dankte Mitorganisatorin Britta Schneider dem Veranstaltungsmanagement der Viadrina. Einerseits war die Veranstaltung auf dem Campus „eine ganz besondere Möglichkeit, endlich wieder vor Ort miteinander in den Austausch zu treten“, sagte die Linguistin im Anschluss. Andererseits ermöglichte die parallele digitale Übertragung, dass auch Interessierte aus ganz Europa, den USA, Kanada, Australien, Japan und Israel mitwirken konnten.

Ziel der Konferenz war es, eine neue Vorstellung von sprachlicher Interaktion anzuregen. Die Veranstalterinnen gehen davon aus, dass technologische Entwicklung, digitale Interaktion, komplexe Formen der transnationalen Kommunikation und Künstliche Intelligenz die Vorstellung von menschlichen Sprachen als lineare, autonome Phänomene, die sich an territorialen politischen Grenzen orientieren, zunehmend fragwürdig erscheinen lassen.

Welche besonderen Formen menschliche Interaktion auf einer wissenschaftlichen Konferenz annehmen kann, verdeutlichte eine abschließende Performance-Übung des Kollektivs Meltionary am Samstag. Die Performance „Warming Up for Theory“ leitete zu Aufwärmübungen an, die einen körperlichen Zugang zu theoretischen Begriffen ermöglichen sollen. Rund um flauschige Teppiche, die mit Fachliteratur bestückt waren, setzten sich die Teilnehmenden mit den Inhalten auseinander, in dem sie sich von ihnen zu Bewegungen inspirieren ließen.

(FA)