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Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Von Krisen und Brücken: Gäste aus zwölf Nationen erkunden Möglichkeiten der Friedensmediation

Senatssaal2 ©Hanna-Sophie Bollmann (Auswärtiges Amt)
Slubice ©Hanna-Sophie Bollmann (Auswärtiges Amt)

Afghanistan, Indien, Kongo, Ukraine – Vertreterinnen und Vertreter aus diesen und weiteren aktuellen Konfliktregionen waren in der ersten Septemberwoche zu Gast am Viadrina-Institut für Konfliktmanagement. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der Internationalen Diplomatenakademie des Auswärtigen Amtes arbeiteten die Akteurinnen und Akteure aus Diplomatie, Zivilgesellschaft und Wissenschaft an neuen Ansatzpunkten für die gesellschaftlichen Spannungen in ihren Regionen.

In der von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Center for Peace Mediation (CPM) teils im Auswärtigen Amt, teils an der Viadrina durchgeführten Woche, lernten die Teilnehmenden bewährte und innovative Methoden und Modelle aus dem Bereich der Friedensmediation kennen und unmittelbar auf ihre eigenen Kontexte anzuwenden.

Am 4. September begrüßte die Präsidentin der Europa-Universität, Prof. Dr. Julia von Blumenthal, die weitgereisten Gäste im Senatssaal der Europa-Universität. Sie verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass durch die gemeinsame Arbeit kleine, innovative Schritte in der Krisenreaktion möglich würden. Viadrina-Vizepräsidentin Janine Nuyken machte in ihrer Auftaktrede greifbar, wie der aktuelle Transitionsprozess in Deutschland und Brandenburg das politische, gesellschaftliche und zwischenmenschliche Klima verändert – und wie man konstruktiv darauf reagieren kann.

Das Motto der Gesamtwoche lautete „Peace Mediation and Crisis Diplomacy in Action: Managing Difficult Decisions and Dilemmas in Societal Transitions“. Unter der Leitung von Dr. Anne Kraus und Prof. Dr. Lars Kirchhoff sowie diversen Gästen vom deutschen und schweizerischen Außenministerium standen Methoden zur Begleitung von strukturellen Umwälzungen, wie differenziertes Prozessdesign und Dilemma-Management, im Zentrum. In bilateralen Coaching-Sitzungen schärften die Konfliktakteurinnen und -akteure abschließend ihre individuellen Rollen und Beiträge zu den Transitionsprozessen in ihren Heimatregionen. Für viele der Teilnehmenden aus Ägypten, Afghanistan, Albanien, Demokratische Republik Kongo, Estland, Indien, Nord-Mazedonien, Russland, Schweden, Türkei und der Ukraine war, so die Rückmeldung, der gemeinsame Gang über die deutsch-polnische Grenze ein besonders berührender Moment einer insgesamt intensiven Woche. Anne Kraus und Lars Kirchhoff ziehen eine positive Bilanz: „Universitäten wird in vielen Konfliktkontexten ein besonderes Vertrauen entgegengebracht. Gerade weil sie sich der politischen Stellungnahme enthalten, eröffnen sich Räume zum Ausprobieren neuer methodischer Zugänge.“

Die seit fünf Jahren etablierte Kooperation zwischen Universität und Ministerium im Bereich der Krisendiplomatie soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

(Lars Kirchhoff und Anne Kraus)