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Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Brexit-Expertin Prof. Dr. Dagmar Schiek zu Gast an der Viadrina

Schiek_Dagmar_7935 ©Heide Fest

Sie ist derzeit eine der gefragtesten Expertinnen zum Brexit: Prof. Dr. Dagmar Schiek von der Queen’s University im nordirischen Belfast lehrt und forscht im laufenden Wintersemester als Gastprofessorin an der Viadrina.

Ihre Veranstaltungen drehen sich rund um ihre zwei Spezialgebiete  Antidiskriminierungsrecht und die sozio-ökonomischen Auswirkungen des EU-Rechts auf europäische Gesellschaften. Die Frage danach, wie diese beiden Themen denn zusammenhängen, empfindet die in Westdeutschland aufgewachsene und seit 2007 in Großbritannien lebende Jura-Professorin als typisch deutsch. Für sie gibt es eindeutige Bezüge zwischen den Themen. In rasend schnellem Deutsch, dem man den nordirischen Zungenschlag leicht anhört, erläutert sie, dass gerade in aktuellen Zeiten von europäischer Sparpolitik und Austritts-Bewegungen Anfeindungen gegenüber Ausländern zunehmen. Als eigentlichen Motor hinter dem Brexit sieht sie die Angst vor der Freizügigkeit. „Diskriminierungsrecht und sozio-ökonomische Integration gehen da unbedingt zusammen“, ist sie überzeugt.

Für Prof. Dr. Dagmar Schiek scheinen die Grenzen zwischen Forschung und Praxis fließend zu sein. Schon zu Beginn ihrer Karriere hat sie die Antidiskriminierungsgesetze von Berlin und Hessen entwickelt. Heute erklärt sie nicht nur Studierenden sondern auch der nordirischen Verwaltung, welche Interessen und Strategien hinter dem Brexit stecken.

Die Verbindung zur Viadrina und hier besonders zum Zentrum B/Orders in Motion möchte die Professorin unbedingt auch über ihren Gastaufenthalt hinaus vertiefen. An der Grenzforschung interessieren sie vor allem transnationale Aspekte. „Wo wirkt die Europäische Union wirklich? Dort, wo es wahre transnationale Zusammenarbeit gibt“, sagt sie. Das könne man im nordirischen Belfast kurz vor dem Brexit ähnlich gut beobachten wie an der deutsch-polnischen Grenze in Frankfurt (Oder). Das von ihr geleitete „Centre of European and Transnational Studies“ an der Queen’s University in Belfast möchte sie gern näher mit Viadrina-Einrichtungen verpartnern und Kooperationen ermöglichen. Erst recht, wenn Großbritannien ab Ende März tatsächlich nicht mehr in der EU sein sollte. „Das United Kingdom verschwindet damit ja nicht aus Europa“, betont sie. Es sind privat, politisch und wissenschaftlich spannende Wochen, die für die Jura-Professorin und EU-Bürgerin mit deutschem und britischem Pass anstehen. (FA)