Völkerverständigung und Wertschätzung – Stipendienstelle lädt zum Grillfest

Nach zwei Jahren Corona-Pause hat die Stipendienstelle am 17. Mai 2022 zu einer Stipendienfeier auf die Mensa-Terrasse eingeladen. Bei Sekt, Musik und Gegrilltem kamen langjährige und neue Stifterinnen und Stifter schnell mit Studierenden ins Gespräch, die sie finanziell unterstützen.

An einem der Stehtische haben Mechthild Wagner vom deutschsprachigen Rotary Club Warschau und die Stipendiatin Anastasiya Zubko zueinander gefunden. Bisher kennen sie sich nur von einem Online-Meeting, bei dem sich Anastasiya – „sehr eindrücklich“, wie Mechthild Wagner betont – dem Club vorgestellt hat. Schnell wird das Gespräch persönlich: Anastasiya, die seit dem Wintersemester 2018/2019 an der Viadrina Internationale Betriebswirtschaftslehre studiert, erzählt, wie angespannt die Lage bei ihren Eltern ist, die in Belarus, nahe der ukrainischen Grenze, wohnen und dass sie im Februar nicht wie geplant nach Hause reisen konnte. >>>weiterleiten

Ganz bewusst haben sich die Warschauer Rotarier zusätzlich zu einem polnischen Stipendium entschieden, auch belarussische Studierende zu unterstützen und ihnen somit in der angespannten politischen Situation zu helfen. „Es geht uns um den Ursprungsgedanken der Völkerverständigung“, erläutert Mechthild Wagner die Gründe für ihr Engagement. „Wenn junge Menschen in ihrer Ausbildungsphase beide Seiten gut kennenlernen, dann ist das ideal. So etwas vergisst man nicht“, ist sie überzeugt. Auch ein weiteres Stipendium für ukrainische Studierende sei angedacht.

Im laufenden akademischen Jahr werden 118 Studierende der Viadrina mit einem Stipendium gefördert – darunter Start-, Leistungs- und Sozialstipendien. Den Großteil machen Deutschlandstipendien aus, bei denen sich der Bund und private Stifter die Summe von monatlich 300 Euro hälftig teilen. „Das ist eine Zahl, die sich sehen lassen kann“, resümiert Viadrina-Präsidentin Prof. Dr. Julia von Blumenthal bei der Stipendienfeier und dankt allen Stifterinnen und Stiftern. „Danke, dass sie uns die letzten zwei Jahre, in denen wir uns nicht treffen konnten, die Treue gehalten haben. In dieser Zeit war ihre Unterstützung für unsere Studierenden wichtiger denn je.“

Um sich das Treffen nach zwei Jahren Corona-Pause nicht entgehen zu lassen, ist Dr. Stephan von Heidenhain eigens aus Prag angereist, um einige der rund 20 Studierenden kennenzulernen, die er unterstützt. „Ich habe an der Viadrina promoviert und meinen Vater auf die Idee gebracht, eine Stiftung für osteuropäische Studierende zu gründen“, erinnert sich der Jurist. Er freut sich, endlich wieder den persönlichen Kontakt pflegen zu können. „Es ist schön zu sehen, wie engagiert und talentiert die Menschen sind und dass wir sie etwas unterstützen können“, sagt er.

Einer, der im Rahmen eines Deutschlandstipendiums monatlich von der Unterstützung der Heidenhain-Stiftung profitiert, ist Yevhenii Korol. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder ist er 2019 aus Kyjiw an die Viadrina gekommen, um hier Internationale Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Seit zwei Jahren hat er ein Deutschland-Stipendium und findet: „Es ist cool dadurch Luft zu haben, um sich zu engagieren.“ So hat er im vergangenen Jahr das Lauf-Event ViaRun mitorganisiert. Inzwischen ist das Engagement für Ukrainerinnen und Ukrainer in den Vordergrund gerückt, die seit dem Beginn des Krieges Russlands gegen die Ukraine vermehrt in Frankfurt (Oder) und an der Viadrina ankommen.

22 der aktuellen Stipendien wurden aufgrund der Leistungen an Studierende vergeben, eine von ihnen ist Anna Scheuble. Die Kulturwissenschaftsstudentin freut sich, auf dem Fest endlich andere Stipendiatinnen und Stipendiaten kennenzulernen. Nach dem Nutzen des Stipendiums gefragt, erzählt sie von der finanziellen Freiheit, die ihr dadurch bleibt, sich auch mal gegen die Arbeit und für einen Nachmittag in der Bibliothek entscheiden zu können. Noch wichtiger ist ihr aber etwas anderes: „Ich mag vor allem die Wertschätzung und dass anerkannt wird, wenn man sich wirklich anstrengt.“

(FA)

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