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Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

„Wir als Viadrina möchten Zusammenhalt stiften“ – Prof. Dr. Julia von Blumenthal sprach zum 30. Jubiläum der Deutschen Einheit

Es war eine europäische, eine grenzüberschreitende Perspektive, die die Festreden am 3. Oktober zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit in der Frankfurter Messehalle durchzog: Unter dem Motto „Umbrüche und Aufbrüche“ betonten Oberbürgermeister René Wilke, Słubices Stadtoberhaupt Mariusz Olejniczak und Viadrina-Präsidentin Prof. Dr. Julia von Blumenthal das Glück Frankfurts, das von einer Grenz- zu einer europäischen Doppelstadt geworden ist.

Eigentlich sei er – zur Wende gerade mal sechs Jahre alt – der denkbar schlechteste Redner für den Festakt zum 30. Jubiläum der Deutschen Einheit, so Oberbürgermeister René Wilke. Er sei sich bewusst, dass die Erlebniswelten und Reflexionen der Menschen sehr facettenreich seien und er mit seiner Rede diesen vielfältigen Wendeerfahrungen niemals gerecht werden könne. Und so erinnerte er an zahlreiche Menschen und Ereignisse der Oderstadt, die deren Entwicklung in den vergangenen 30 Jahren geprägt haben. Darunter auch die Gründung der Europa-Universität Viadrina, ein, so Wilke, „in die Welt strahlender Leuchtturm“. Adressiert an die Viadrina sagte er: „Schön, dass Ihr Teil von uns seid und wir Teil von Euch sein dürfen!“ >>>weiterlesen

Fotos: Winfried Mausolf

Mariusz Olejniczak rief das Motto der Gewerkschaft Solidarność in Erinnerung, das Grundstein für die Wende- und Demokratisierungsprozesse in Europa sei: Es gibt keine Freiheit ohne Solidarität. Genau diese Solidarität habe es ermöglicht, an der einst trennenden Grenze früh Schritte des Zusammenwachsens zu gehen: „So entstand bereits 1991, lange vor dem Beitritt Polens zur Europäischen Union, mit dem Collegium Polonicum eine deutsch-polnische, grenzüberschreitende Wissenschaftseinrichtung.“ Heute sei die europäische Doppelstadt Symbol für ein vereintes Europa. „Dieser Weg der Partnerschaft und des Dialogs ist der einzige Weg, wenn wir in einem gemeinsamen Europa zusammenleben wollen“, so der Słubicer Bürgermeister.

Zu genau diesem grenzüberschreitenden, europäischen Zusammenleben wolle die Europa-Universität ihren Beitrag leisten, betonte Viadrina-Präsidentin Prof. Dr. Julia von Blumenthal. Sie zitierte aus der Rede des damaligen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe anlässlich der Gründung der Viadrina: „Die Europa-Universität in Frankfurt (Oder) ist ein Zeichen unseres Dankes an Europa. Denn gerade an diesem Fluss und an diesem Ort ist uns bewusst, dass wir zusammengehören, dass hier an der Oder nicht das Ende Europas ist, sondern dass von hier weitergedacht werden muss.“

Die aktuellen, gesellschaftlichen Herausforderungen seien groß, für das Land, für die Doppelstadt, für Europa, so Julia von Blumenthal. „Gemeinsam mit unserer Partnerin, der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań, möchten wir unseren Teil zur Bewältigung dieser Herausforderungen beitragen, indem wir zu den drängenden Fragen der Vergangenheit und der Gegenwart forschen, unseren Studierenden Raum bieten, zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranzuwachsen mit Wissen und Fähigkeiten, die die Gesellschaft braucht. Wir als Viadrina möchten Zusammenhalt stiften, indem wir Raum bieten für Begegnungen und Streitgespräch. Indem wir vorleben, wie aus Vielfalt eine lebendige Institution wird, wie Gemeinschaft in dem Wissen um Unterschiede entstehen kann.“ Die Viadrina-Präsidentin versprach: „Wir werden weiterhin aktiver Teil der europäischen Doppelstadt sein“. (MG)