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Soziologe mit Soul im Blut – Prof. Dr. Sascha Münnich zum Professor für Wirtschaftssoziologie ernannt

Ab dem 1. Oktober ist Prof. Dr. Sascha Münnich Professor für Wirtschaftssoziologie an der Viadrina. Nach Tätigkeiten in Göttingen und Köln wird er ab dem Wintersemester 2020/2021 an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät lehren und forschen – und manchmal vielleicht auch singen.

Zur Soziologie kam Prof. Dr. Sascha Münnich auf eher ungewöhnliche Weise. Als junger Mann begann er ein Germanistik-Studium in Braunschweig, die Politikwissenschaft wählte er zum Nebenfach. „Ihnen fehlt aber noch ein Fach“, sagte man ihm beim Einschreiben. „Dann reichen Sie mir doch bitte die Fächerliste“, sagte er verblüfft. Dass das dritte Fach sein Interesse am meisten wecken würde, hätte er selbst nicht gedacht, erzählt er lachend. Seitdem gehört die Soziologie zu seinem Hauptlebensinhalt.

 „Die Professur an der Viadrina ist meine erste auf Lebenszeit“, sagt er erfreut bei der Ernennung durch Präsidentin Prof. Dr. Julia von Blumenthal am 6. August. Einen Lehrplan für das kommende Wintersemester hat er bereits aufgestellt. Münnich wird eine Veranstaltung zu den Grundlagen der empirischen Sozialforschung, eine Einführung in die Wirtschaftssoziologie im Bachelorstudiengang sowie im Masterstudiengang unterrichten. „Ich erhoffe mir von den kulturwissenschaftlichen Studierenden eine hohe Textaffinität“, sagt er im Vorfeld.

image00003 ©Agnieszka Lindner

Mit Neugier und Spannung erwartet er zudem die Modulgestaltung an der Fakultät. „Bislang habe ich nur mit Vollsoziologen zusammengearbeitet“, sagt er bei seiner Ernennung. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn von der Georg-August-Universität Göttingen zur International Max-Planck-Research School on the Social and Political Constitution of the Economy am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. An der Universität Köln verfasste er seine Dissertation zur „Entdeckung der Arbeitslosenversicherung. Ideen, Interessen und die Entstehung wohlfahrtsstaatlicher Institutionen“, unter anderem unter der Betreuung von Soziologe Prof. Dr. Wolfgang Streeck.

In seiner jüngsten Lehrtätigkeit an der Georg-August-Universität Göttingen für Allgemeine Soziologie beschäftige er sich auch mit der Umstellung auf die Online-Lehre. „Erst dachte man: Das klappt ja besser als gedacht. Und dann kamen diese Momente: Es klappt weniger als erhofft“, sagt er lachend und sieht seinem ersten Semester an der Viadrina mit einer Mischform von Präsenz- und Onlinelehre zuversichtlich und gelassen entgegen.

Die Corona-Krise ist für Münnich auch ein wissenschaftliches Thema, welches noch aufgearbeitet werden muss. Für größere soziologische Fragestellungen will er sich Zeit nehmen. „Dafür ist es noch zu früh“, sagt er. „Was wir beobachten konnten, ist ein Katalysatoreffekt. Die Krise hat vieles auf den Punkt gebracht, was vorher zwar bekannt war, wozu aber keine Daten vorlagen. Es wird sich zeigen, ob die Krise eine Ausnahmesituation darstellt oder ob wir gesellschaftlich größere Transformationen zu erwarten haben.“ So könne er sich vorstellen, dass die Anzahl der Reisen nach der Krise noch stärker ansteigen wird, da die Menschen hedonistischer leben wollen, sagt Münnich.

Für Kultur und Unterhaltung ist er selbst auch gern zu haben. Als Soul-, Jazz- und Bluessänger hat er schon mehrere Male seine Leidenschaft für afroamerikanische Musik auf der Bühne präsentiert. Auch deshalb ist er an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät sehr gut aufgehoben.
(KH)