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Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

„Wenn wir verstehen wollen, was in der Ukraine vor sich geht, müssen wir uns genauer anschauen, wie Menschen und Organisationen interagieren.“

DO_20170316_004-hoch ©David Oliveira

Dr. des. Susann Worschech wurde für ihre Doktorarbeit am
16. März der Klaus-Mehnert-Preis von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde verliehen. Die Viadrina-Sozialwissenschaftlerin setzt sich darin mit externer Demokratieförderung in der Ukraine auseinander und untersuchte die Strategien ausländischer Förderorganisationen.

„Wenn wir verstehen wollen, was in der Ukraine, aber auch in Polen, Rumänien oder Russland vor sich geht, müssen wir uns genauer anschauen, wie Menschen und Organisationen interagieren, Ideen austauschen, sich positionieren und wie sie Handlungsstrategien entwickeln“, erklärt Dr. des. Susann Worschech ihr Erkenntnisinteresse. In ihrer Doktorarbeit kommt die Preisträgerin zu dem Ergebnis, dass sich externe Förderung allenfalls indirekt auf die Demokratisierung auswirkt.

„Ich freue mich sehr über die Anerkennung meines interdisziplinären Ansatzes: Die Arbeit lässt sich sowohl in der Politischen Soziologie als auch in der Politikwissenschaft verorten. Die Politische Soziologie interessiert sich bislang leider nicht übermäßig für Osteuropa, was ich mit meiner Arbeit ändern wollte“, so die Ukraine-Expertin, deren Dissertation von Prof. Dr. Timm Beichelt, Inhaber der Professur für Europa-Studien an der Viadrina, betreut wurde.

Dr. des. Susann Worschech ist seit 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Europa-Universität Viadrina, unter anderem am Masterstudiengang Europa-Studien und am Frankfurter Institut für Transformationsstudien. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen, Demokratisierung sowie externe Demokratieförderung in postsozialistischen Ländern.

Die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) vergibt den mit 1.000 Euro dotierten Klaus-Mehnert-Preis jährlich zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Herausragende Dissertationen und Habilitationen, die sich mit den Staaten Ostmittel- und Osteuropas befassen, werden gewürdigt. Die Auszeichnung wird von der Klaus-Mehnert-Gedächtnis-Stiftung gestiftet. Der Publizist und Politikwissenschaftler Klaus Mehnert (1906 bis 1984) war von 1951 bis 1975 Chefredakteur der Zeitschrift „Osteuropa“, die von der DGO herausgegeben wird. (LW)