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Beziehungsdramen und SMS von Mutti

„Geld her, Handy her!“ – 2010 wurde Grafikdesigner Lukas Adolphi überfallen. Mehrere Monate später bekam er sein Handy von der Polizei zurück und fand darauf den kompletten SMS-Verlauf des Diebes. Aus den unterhaltsamen und poetischen Nachrichten las Lukas Adolphi am 26. Juni im rappelvollen Studierendenclub Stuck.

Das Stuck hat seine Feuerprobe bestanden: Volles Haus zur ersten Kulturveranstaltung in dem liebevoll eingerichteten Studierendenclub. Die Lesung von „die cops ham mein handy“, laut dem Online-Magazin „VICE“ „das beste Buch des Jahres“, passt perfekt an diesen Ort.

Beziehungsdramen, Seitensprünge, Männerfreundschaften, Geldnöte und SMS von Mutti: Das sind die Themen, um die sich die Textnachrichten des jungen Diebes Marco drehen. Zwei Wochen lang benutzte der Schüler das geklaute Handy, bevor er von der Polizei geschnappt wurde und das Telefon letztendlich wieder zu seinem Besitzer gelangte. Jetzt veröffentlichte Lukas Adolphi den kompletten Nachrichtenverlauf in einem 80-seitigen Büchlein – ein Drama in mehreren Akten.

Während der Lesung trug Lukas Adolphi – selbst sichtlich amüsiert – die Nachrichten der ersten sechs Tage vor. Besonders heiter reagierte das Publikum an Stellen, die das poetische Potenzial des Diebes zeigen: „Ich bin hier und du bist dort, das heißt einer von uns ist am falschen Ort“, schreibt er seiner aktuellen Angebeteten Anne. Anne wiederum schreibt ihre SMS ohne Leerzeichen zwischen den Worten. „Wir erinnern uns, es ist 2010, jede SMS kostet sowas wie 19 Cent. Daher auch die ganzen Abkürzungen: ild, ida, ssz“, kommentierte Lukas Adolphi. Für alle, die damit nichts (mehr) anfangen können, hat Adolphi seinem Buch ein Glossar mit Erklärungen vorangestellt.

Und die SMS von Mutti? „Traurige Randnotiz“, so Lukas Adolphi, „Marco hat seiner Mutti nie zurückgeschrieben.“ (UP)

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