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„Letzten Endes bin ich am ewigen Aufschieben gescheitert.“

Testimonial_2014-Pape_Sebastian__5110 ©Heide Fest

Das Berliner Studierenden-Magazin „Zur Quelle“ verlieh Viadrina-Student Sebastian Pape am 9. Dezember in Berlin den dritten Preis des „4.0 Awards für außergewöhnliches akademisches Scheitern“. Pape hatte eine Bachelorarbeit eingereicht, die nur aus einer Einleitung und einem Theorieteil bestand. Derzeit studiert er den Master-Studiengang European Studies, da er der Europa-Universität sehr verbunden ist.

„Ich hatte das Thema für meine Bachelor-Arbeit in der Volkswirtschaftslehre frei gewählt, ein Konzept eingereicht und die Absicht gehabt, eine gute Arbeit zu schreiben“, erklärt Pape. „Letzten Endes bin ich am ewigen Aufschieben gescheitert.“ In drei Nächten hatte er die Einleitung und einen Theorieteil für seine Bachelorarbeit geschrieben. Die eingereichten 30 Seiten nutzte er, um in der Einleitung das VWL-Studium kritisch zu reflektieren: „Das Wirtschaftsstudium war mir zu verschult. Es bot mir kaum Raum für persönliche Entfaltung, da ich nicht selbst forschen konnte. In Prüfungen wurde lediglich der auswendig gelernte Stoff abgefragt. Mir hat in meinem Wirtschaftsstudium die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen gefehlt.“ Seinen Prüfer überraschte Pape mit seiner Arbeit, die stark von dem zuvor eingereichten Konzept abwich. Da er die wissenschaftlichen Standards, wie korrektes Zitieren, die Erstellung von Inhalts- und Literaturverzeichnissen, berücksichtigt hatte, bestand er mit einer 4,0.

Für eine Verbesserung der Studienbedingungen und für den Studienstandort Frankfurt (Oder) setzt sich Pape insbesondere in seiner Rolle als AStA-Vorsitzender ein: „Beim AStA setzen wir uns dafür ein, dass Studierende ihre Persönlichkeit an der Uni entfalten können“. Seine Unzufriedenheit während der Bachelor-Phase hat ihn nicht davon abgehalten, sich für einen Master-Studiengang an der Europa-Universität einzuschreiben: „Ich bin der Viadrina sehr verbunden und fühle mich wohl hier. Am Master-Studiengang European Studies gefällt mir, dass er interdisziplinär ist und wir in den Seminaren viel diskutieren. Auf einer Exkursion in die Ukraine konnte ich mein theoretisches Wissen mit der Praxis abgleichen, was auch sehr lehrreich war.“

Für seinen dritten Preis beim „4.0 Award“ bekam Sebastian Pape 50 Euro und einen Kasten Bier. Die Gewinnerin des Hauptpreises musste auf Druck ihrer Hochschule die Auszeichnung zurückgeben. (LW)