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„Ein großes moralisches Vorbild und der Brückenbauer der europäischen Einigung ist von uns gegangen“

Die Europa-Universität Viadrina trauert um Hans-Dietrich Genscher. Der Bundesaußenminister a. D., Viadrina-Preisträger und Inhaber der Europa-Professur an der Viadrina, ist in der Nacht zum 1. April 2016 im Alter von 89 Jahren verstorben.

Hans-Dietrich Genscher pflegte eine enge Beziehung zur Europa-Universität Viadrina: 1999 hatte er hier eine Europa-Professur inne. Zum 20. Jahrestag der Unterzeichnung des Deutsch-Polnischen Grenzvertrags nahm Hans-Dietrich Genscher im November 2010 gemeinsam mit seinem ehemaligen polnischen Amtskollegen Władysław Bartoszewski und den damals amtierenden Außenministern Guido Westerwelle und Władysław Sikorski an der „Oder-Neiße-Konferenz” an der Europa-Universität teil.

Im Mai 2013 erhielt Hans-Dietrich Genscher den Viadrina-Preis des Förderkreises der Europa-Universität Viadrina für seine Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung. Im Rahmen des Festakts übernahm er gemeinsam mit Tadeusz Mazowiecki die Schirmherrschaft über das 2011 an der Europa-Universität Viadrina gegründete Zentrum für interdisziplinäre Polenstudien (ZIP).

„Mit Hans-Dietrich Genscher ist ein großes moralisches Vorbild und der Brückenbauer der europäischen Einigung von uns gegangen. Hans-Dietrich Genscher wird an der Europa-Universität Viadrina unvergessen bleiben. Wie kein Zweiter steht er für ein vereintes und friedvolles Europa. Diesem Vermächtnis fühlen wir uns als Europa-Universität zutiefst verpflichtet und werden es weiterhin mit Nachdruck pflegen“, so Viadrina-Präsident Prof. Dr. Alexander Wöll.

„Hans-Dietrich Genscher stand exemplarisch für eine Forschung, die Polenstudien in größerem Kontext denkt und europäische, postsozialistische, aber auch regionsbezogene Forschungsperspektiven miteinbezieht. Er gilt als Architekt der deutschen Wiedervereinigung, Vater des 2+4 Vertrages, Motor der deutsch-polnischen Versöhnung und engagierter Botschafter der EU-Mitgliedschaft Polens. In seiner Person bündelten sich viele Kompetenzen, aus denen das ZIP schöpfen konnte. Neben seiner politischen Tätigkeit war der studierte Ökonom und Jurist ein Vorbild für die interdisziplinären Polenstudien“, so Prof. Dr. Dagmara Jajeśniak-Quast, Direktorin des ZIP. (MG)

Dankesrede von Hans-Dietrich Genscher anlässlich der Verleihung des Viadrina-Preises am 7. Mai 2013 im Audimax.

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