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Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Medieninformation Nr. 53-2019-2019

vom 13. März 2019

Viadrina-Soziologe Prof. Dr. Andreas Reckwitz nimmt mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis entgegen

Der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Andreas Reckwitz hat am Mittwoch, dem 13. März, den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) entgegengenommen. Es ist der erste Leibniz-Preis für einen Wissenschaftler der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).

Von „rühmender Anerkennung, verbunden mit dem Versprechen eines außergewöhnlichen wissenschaftlichen Freiraums“ sprach Prof. Dr. Peter Strohschneider, Präsident der DFG, bei der Preisverleihung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am Berliner Gendarmenmarkt. Dieser Freiraum entsteht für die Ausgezeichneten durch das Preisgeld in Höhe von jeweils 2,5 Millionen Euro, das sie in den kommenden sieben Jahren für ihre Forschung nutzen können. Auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Prof. Dr. Eva Quante-Brandt lobten in ihren Grußworten diese Freiheit.

Prof. Dr. Peter Strohschneider betonte in seiner Laudatio auf Prof. Dr. Andreas Reckwitz, wie umfassend es diesem gelungen sei, Forschungsdiskurse entscheidend mitzuprägen. „Seit zwei Jahrzehnten besticht und bereichert Herr Reckwitz Fachwelt und Öffentlichkeit durch seine einflussreichen Studien, die weit über die Soziologie hinausreichen.“ Zu den Veröffentlichungen des Soziologen gehört die viel beachtete und diskutierte Monografie „Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne“ von 2017. Prof. Dr. Andreas Reckwitz kündigte an, das Preisgeld in Nachwuchsförderung und den Aufbau eines Forschungsschwerpunktes zu investieren.

Viadrina-Präsidentin Prof. Dr. Julia von Blumenthal war mit zur Auszeichnungsveranstaltung gereist und gratulierte Prof. Dr. Andreas Reckwitz: „Es ehrt uns als Europa-Universität, dass erstmals einer unserer Professoren mit diesem bedeutenden Forschungspreis ausgezeichnet wird. Die derzeit stattfindende intensive Auseinandersetzung mit seinen Schriften in der Öffentlichkeit zeigt, welche Bedeutung die soziologischen Analysen und Theorien von Andreas Reckwitz für das Verständnis der gegenwärtigen Gesellschaft besitzen.“

Prof. Dr. Andreas Reckwitz ist in der Geschichte des Preises der vierte Soziologe unter insgesamt 385 Preisträgerinnen und Preisträgern, die die Auszeichnung seit 1986 erhielten. Unter den zehn diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern ist Prof. Dr. Andreas Reckwitz der einzige Wissenschaftler einer ostdeutschen Hochschule.

Zur Person:

Andreas Reckwitz studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie in Bonn, Hamburg und Cambridge und wurde in Hamburg promoviert, wo er sich auch 2005 habilitierte. Noch im gleichen Jahr folgte er einem Ruf an die Universität Konstanz; hier war er am Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ beteiligt. Seit 2010 ist er Professor für Vergleichende Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) sowie regelmäßiger Gastprofessor an der Universität St. Gallen. Das kommende Semester wird Andreas Reckwitz als „Thomas Mann Fellow“ in Los Angeles verbringen. Im Herbst erscheint im Suhrkamp Verlag seine Analyse „Das Ende der Illusionen, Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne“.

Zum Preis:

Der Leibniz-Preis gilt als wichtigster Forschungsförderpreis Deutschlands. In diesem Jahr geht der Preis an vier Wissenschaftlerinnen und sechs Wissenschaftler, die zuvor vom zuständigen Auswahlausschuss aus 122 Vorschlägen ausgewählt worden waren. Die Forschungsgebiete der Ausgezeichneten reichen von Robotik und experimenteller Physik bis zu Immunologie und Familienökonomie. Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern und ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern. Die Förderung wird nur auf Vorschlag Dritter gewährt.


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