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Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Medieninformation Nr. 18-2021

vom 17. Februar 2021

Holocaust-Überleben in sibirischer Deportation – Buch-Präsentation über polnische Jüdinnen und Juden


Das Überleben polnischer Jüdinnen und Juden in den sowjetischen Arbeitslagern Sibiriens ist eine wenig bekannte Seite der Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Am Donnerstag, dem 25. Februar, 11.15 Uhr, stellt die Historikerin Dr. Lidia Zessin-Jurek gemeinsam mit der Co-Autorin Dr. Katharina Friedla ihr Buch zum Thema in einer Online-Präsentation an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) vor. Interessierte sind zu der Veranstaltung des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien (ZIP) herzlich eingeladen. Anmeldung per E-Mail an: klodnicki@europa-uni.de.

Über die ambivalente Rolle der Sowjetunion bei der Deportation sagt Dr. Lidia Zessin-Jurek: „Während die Deportation nach Sibirien 1940/41 für katholische Polinnen und Polen eine weitere Episode der russischen Repression bedeutete, steigerte sie die Überlebenschancen für polnische Jüdinnen und Juden.“ Für ihre Forschung hält die Historikerin Erinnerungen von polnischen Jüdinnen und Juden fest, die einst in Sibirien den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten entkamen. Heute leben die letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in Polen, Israel und den USA.

Gemeinsam mit der deutschen Historikerin Dr. Katharina Friedla hat Dr. Lidia Zessin-Jurek das Buch „Syberiada Żydów polskich. Losy uchodźców z Zagłady“ (übersetzt: „Die Sibiriade der polnischen Juden – Schicksale von Holocaustflüchtlingen“) herausgegeben. Das Buch erschien im vergangenen Jahr im Verlag des Jüdischen Historischen Instituts in Warschau auf Polnisch und erfährt seitdem große Aufmerksamkeit in der polnischen Öffentlichkeit. Die Veröffentlichung wurde gefördert von der ZEIT-Stiftung und der Szloma-Albam-Stiftung.

Weitere Informationen zum Thema: www.europa-uni.de/de/struktur/unileitung/pressestelle/viadrina-logbuch/wissenschaft/20210216-syberiade-lidia-zessin-jurek/Beitrag/

Zur Person
Dr. Lidia Zessin-Jurek hat ihre Promotion über die nationale Idee in Polen und Italien am Department of History des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz abgeschlossen. Sie war Stipendiatin zahlreicher internationaler Forschungseinrichtungen, darunter das Imre-Kertesz-Kolleg Jena, die Fordham University und die New York Public Library.
Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien (ZIP) an der Viadrina hat Dr. Lidia Zessin-Jurek bis 2019 zur Erinnerungskultur polnisch-jüdischer Deportierter in der Sowjetunion geforscht und Lehrveranstaltungen angeboten. Derzeit ist sie Akademische Mitarbeiterin und Polen-Expertin im Rahmen des ERC-Forschungsprojektes „Unlikely Refuge?“ an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag sowie Projektkoordinatorin bei der European Holocaust Research Infrastructure (EHRI).


Weitere Informationen:
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