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Gleichstellung an der Viadrina

F

glossar ©Emil Kozole / Tanja Skander

Frauenförderung

bezeichnet Maßnahmen, die aufgrund struktureller Benachteiligung (z.B. Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen) initiiert werden, um diese auszugleichen. Dies können z. B. strukturelle Maßnahmen wie Frauenförderpläne oder Quoten sein oder Angebote zur Unterstützung wie etwa > Mentoringprogramme, Stipendien oder Weiterbildungen für Frauen. Frauenförderung ist gesetzlich begründet v.a. durch das Grundgesetz, in dem es heißt: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ (Art 3, Abs. 2 GG).

Frauenfördermaßnahmen

stellen also rechtlich keine Diskriminierung von Männern dar, sondern dienen dazu, die teils seit Jahrhunderten bestehenden Unterrepräsentanzen oder Benachteiligungen auszugleichen, um überhaupt erst gleiche Chancen zu schaffen. Frauenförderung impliziert nicht, dass etwaige „Defizite“ einzelner Frauen ausgeglichen werden müssten, denn die bestehenden Benachteiligung ergeben sich zumeist aus gewachsenen Strukturen und Stereotypen in der Gesellschaft, die die Gruppe der Grauen als Ganzes betreffen und die von Individuen meist nicht beeinflussbar sind. Geschlechtsspezifische Förderansätze sind solange erforderlich, wie Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts feststellbar sind.

Frauenstudium

Seit wann dürfen Frauen eigentlich studieren? Den vollen Zugang zu Universitäten im deutschen Reich erhielten Frauen erst vor etwas mehr als 100 Jahren. 1908 wurde das Frauenstudium flächendeckend eingeführt, nachdem engagierte Frauen sich dafür beharrlich eingesetzt hatten. Sie mussten sich dabei gegen tiefsitzende Vorurteile der überwiegend männlichen Politiker durchsetzen, dass Frauen dazu geistig und emotional angeblich nicht in der Lage seien. An der Viadrina wurde die erste Studentin sogar erst mit der Neugründung der Uni 1992 immatrikuliert.

Zum Weiterlesen: Gisela Notz. 2011. Mit scharrenden Füßen und Pfiffen begrüßt: 100 Jahre Frauenstudium in Deutschland. In: BdWi u.a. (Hrsg.): Studienheft Wissenschaft und Geschlecht. Erfolge, Herausforderungen und Perspektiven. > in der Unibibo