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Gleichstellung an der Viadrina

B

glossar ©Emil Kozole / Tanja Skander

Benachteiligung / Diskriminierung

bedeutet, dass eine Person eine schlechtere Behandlung als andere Personen aufgrund bestimmter Merkmale wie z.Bsp. Geschlecht, „Rasse“ oder ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Alter, Behinderung und sexuelle Orientierung erfährt. Von einer mittelbaren Benachteiligung spricht man, wenn neutrale Vorschriften, Kriterien oder Verfahren in ihrer Anwendung zu einer ungünstigeren Behandlung von bestimmten Personen führen. Ausgenommen davon sind gesetzlich vorgeschriebene Fördermaßnahmen, deren Ziel es ist, Benachteiligungen zu beseitigen. Das Ziel von Antidiskriminierungspolitik ist es, die Rechte aller Personen auf Gleichbehandlung durchzusetzen und dafür Sorge zu tragen, dass mit Unterschiedlichkeiten keine ungerechtfertigten Nachteile verbunden sind. Schutz vor Diskriminierung bietet bspw. das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). 

Binarität / Zweigeschlechtlichkeit

im Allgemeinen bedeutet Binarität soviel wie Zweigliedrigkeit oder Zweiteiligkeit. In Bezug auf das Geschlecht meint Binarität z.B. die Annahme, dass es ein biologisches Geschlecht gibt, das in genau zwei Kategorien – männlich und weiblich – geteilt ist. In diesem Konzept wird die Vielfalt von Geschlecht also auf nur zwei Möglichkeiten reduziert. Andere Geschlechtsidentitäten jenseits der Zweigeschlechtlichkeit werden dabei ausgeblendet oder – durch die Differenz zu Männlichkeit und Weiblichkeit – als andere konstruiert. (siehe auch Trans*, Inter*, Queer).

biologisches Geschlecht / sex

bezeichnet das Geschlecht einer Person nach deren Körpermerkmalen (Chromosomensatz, körperliche Faktoren, wie Größe, Erscheinung, Stimmlage) und wird oft binär als männlich oder weiblich gedacht. Durch aktuelle Erklärungsansätze, dass Geschlecht einerseits als biologisch und andererseits als sozial konstruiert angesehen wird, werden frühere Geschlechtertheorien hinterfragt. Der Versuch, auch gesellschaftlich geprägte Rollenerwartungen oder Verhaltensmuster auf biologische Ursprünge zurückzuführen, wird auch als Biologismus bezeichnet. Daran ist problematisch, dass biologische Weiblichkeit und Männlichkeit als „natürliche“ Grundlage unhinterfragt zur Erklärung gesellschaftlicher Phänomene herangezogen wird. Im Laufe der Geschichte und ortsabhängig gab es übrigens sehr unterschiedliche Auffassungen davon, was „biologisches Geschlecht“ ist und nicht schon immer wurde in einem Zwei-Geschlechter-Modell (vgl. Zweigeschlechtlichkeit) gedacht.