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Gleichstellung an der Viadrina

FrauenOrte in Frankfurt (Oder) und Słubice

FO_FB_Profil_weiss ©Alina HoyerWelche Spuren haben Frauen in unserer Stadt hinterlassen, wie haben sie Stadtgeschichte gestaltet? Im öffentlichen Raum erinnern Gedenktafeln, Denkmäler und Straßennamen an herausragende Persönlichkeiten der Geschichte, meistens jedoch an Männer. Denn bis heute ist Geschichtsschreibung dominiert von männlichen Akteuren. Wertvolles historisches Wissen über das Engagement und Wirken von Frauen gerät dadurch in Vergessenheit.

Frauen haben die Stadt zwar zu allen Zeiten mitgestaltet, sie tauchen jedoch im Stadtbild viel seltener auf. Ausnahmen stellten früher vor allem Adelsvertreterinnen oder Ehefrauen, Töchter und Schwestern berühmter Männer dar. Dass Frauen aus vielen teilen des gesellschaftlichen Lebens lange ausgegrenzt waren und in einigen Bereichen noch immer unterrepräsentiert oder benachteiligt sind, spiegelt sich auch in einer Unsichtbarkeit von Frauen in der Öffentlichkeit wider. Dabei ist es wichtig zu bedenken, dass das Wirken vieler Frauen auch deshalb nicht vollständig rekonstruiert werden kann, weil das leben von Frauen weniger dokumentiert worden ist.

Das studentische Projekt Frauenorte möchte Frauen, die in der Stadt gewirkt haben, (wieder) entdecken und sichtbar machen. Im laufe eines Semesters ist eine Auswahl von 14 Frauen aus 5 Jahrhunderten entstanden, die emanzipatorisch auf politischem, wissenschaftlichem, sozialem oder kulturellem Gebiet tätig waren. Durch die Kennzeichnung von Orten, die mit diesen Frauen historisch verbunden sind, soll die männlich geprägte Erinnerungskultur im Stadtbild in Frage gestellt und um bisher ausgeblendete Perspektiven erweitert werden. Das studentische Projekt Frauenorte in Frankfurt (oder) wurde anlässlich der 25. Brandenburgischen Frauenwoche „Weite Wege zur Gerechtigkeit“ in Form eines Stadtspaziergangs vorgestellt.

Der Stadtspaziergang und die Begleitbroschüre bieten die Möglichkeit, sich auf eine Entdeckungstour durch spannende Lebensgeschichten bedeutender Frauen aus Frankfurt (oder) und Słubice zu begeben.

Bei Interesse an einer Führung wenden Sie sich gerne an das Gleichstellungsbüro oder direkt an die Deutsch-Polnische Tourist-Information Frankfurt (Oder).

Webseite Begleitbroschüre (deutsch) Begleitbroschüre (polski) Faltplan
frauenorte_logo_bunt ©Alina Hoyer frauenorte_broschüre_deutsch ©Gleichstellungsbüro EUV frauenorte_broschüre_polnisch ©Gleichstellungsbüro EUV frauenorte_karte_mapa ©Alina Hoyer

Die Webseite und alle Materialien stehen in zwei Sprachen – Deutsch und Polnisch zur Verfügung.


Das Projekt FrauenOrte knüpft an das Projekt Frauenorte im Land Brandenburg an, das wiederum auf die ursprüngliche Projektidee aus Sachsen-Anhalt zurückgeht. Seit 2012 befindet sich ein FrauenOrt für Ulrike von Kleist am Kleist-Museum. In 2014 enthüllte Europa-Universität Viadrina einen weiteren Frauenort für die bedeutende Hebamme Justine Siegemundin.

In Brandenburg gibt es bereits über 40 „FrauenOrte“. Das Brandenburger Projekt wurde koordiniert vom Frauenpolitischen Rat Land Brandenburg e.v. und gefördert vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg.