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Publikation: Lidia Zessin-Jurek, Katharina Friedla

big_Syberiada_okladka_new_cut ©Jüdisches Historisches Institut Warschau

Lidia Zessin-Jurek, Katharina Friedla: Syberiada Żydów polskich. Losy uchodźców z Zagłady (Die Sibiriade der polnischen Juden), Warschau: Jüdisches Historisches Institut, 2020.

Die große Mehrheit der polnischen Juden (80 %) überlebte den Holocaust im Inneren der Sowjetunion. Während die Deportationen in die Sowjetunion zu Beginn des Zweiten Weltkriegs für ihre katholischen Landsleute eine weitere Episode russischer Repression darstellten, steigerten sie für die polnischen Juden paradoxerweise die Überlebenschance, da diese sich außer Reichweite der nationalsozialistischen Vernichtungslager befanden. Die Rolle der Sowjetunion ist in dieser Hinsicht äußerst ambivalent, da sie diese Personengruppe durch die Deportation vor dem Holocaust bewahrte, ohne dies intendiert und vorausgeahnt zu haben.
Da die meisten polnischen Juden nach dem Krieg nicht dauerhaft nach Polen zurückkehrten, gerieten ihre Kriegserlebnisse hier, wo die Erinnerung an Sibirien sehr präsent ist, schnell in Vergessenheit. Das Buch beleuchtet die Sibirische Odyssee der polnischen Juden sowie die komplexe Erinnerung an diesen zufälligen Ort der Zuflucht. Nicht zuletzt wird auch die Frage erörtert, warum das Schicksal dieser Gruppe so lange unbeachtet geblieben ist und diese bis heute auf eine Entschädigung für erlittene Zwangsarbeit und Exil warten.

Copyright Cover: Jüdisches Historisches Institut Warschau.