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Promotion: Helene Tello

Helene Tello ©Helene Tello

Helene Tello: Schädlingsbekämpfung in Museen am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Modifizierung industrieller und Entwicklung eigener Methoden sowie Verbreitung und Einsatz der einzelnen Wirkstoffe, dargestellt am Beispiel des Ethnologischen Museums Berlin

In der transdisziplinär angelegten Dissertation wird in einer Langzeitstudie auf der Handlungsebene erstmalig die Geschichte des Einsatzes von Schädlingsbekämpfungsmitteln am ehemaligen Königlichen Museum für Völkerkunde zu Berlin, dem heutigen Ethnologischen Museum, rekonstruiert. Von Anbeginn kämpften die damaligen Mitarbeiter mit unterschiedlichen Wirkstoffen und Mitteln gegen den Zerfall der darin untergebrachten Sammlungen. Eingebettet in den Zeitkontext und gestützt auf das theoretische Konzept von hierarchischen Strukturen zur Methodik der Menschenführung entsteht ein vielschichtiges Bild über die Vorgehensweisen und Arbeitsmethoden zur Konservierung der Sammlungen des Museums in seinen Gründungsjahren. Es wird belegt, dass die eingesetzten Wirkstoffe und Mittel nachweislich mit den damaligen gesellschaftlichen und politischen Umständen eng verbunden sind. Ausgehend von dieser Erkenntnis wurden weitere 40 Museen aus 11 Ländern in die Forschungen einbezogen. Bis auf einige Abweichungen zeigt sich in allen Museen der Einsatz ähnlicher, wenn nicht gar identischer Wirkstoffe und Mittel. Die in den Museumsobjekten verbliebenen Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln sind nach heutigen Erkenntnissen sowohl objektschädigend wie auch hoch toxisch und erfordern eine generelle Fürsorgepflicht von Arbeitgebern zum Schutz von Mitarbeiter*innen.