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Publikation: Clara Maddalena Frysztacka

Frysztacka ©De Gruyter

Clara Maddalena Frysztacka: Zeit-Schriften der Moderne. Zeitkonstruktion und temporale Selbstverortung in der polnischen Presse (1880–1914), Berlin: De Gruyter Oldenbourg, 2020.

Das Buch nimmt die (Re)Produktion der historischen Zeit in der kommerziellen Presse in den Blick – ein Medium, das von der Kategorie Zeit entscheidend geprägt wird. Die Analyse arbeitet Zeit als zentrale Ressource für die Verhandlung der Zugehörigkeit zur Moderne heraus. Die polnischsprachige Gesellschaft der Teilungsgebiete bietet in dieser Hinsicht ein herausragendes Beispiel, das paradigmatisch für viele Gesellschaften in ihrer ‚Modernisierungsphase‘ gelten kann. Die Analyse der polnischsprachigen Zeitschriften zeigt sehr ambivalente Muster einer temporalen Selbstverortung als Nation in Europa, gegenüber den Nachbarn, sowie innerhalb der modernen Narrative von Fortschritt und Revolution. Diese Muster zeugen von den unterschiedlichen Möglichkeiten und Einschränkungen, die das moderne Selbstverständnis von Gesellschaften charakterisieren. Semi-Peripherialität stellt dabei sowohl eine spezifisch-polnische als auch eine in viele andere soziale Konstellationen übertragbare Position des ‚Dazwischen-Sein‘ in der modernen Welt dar.

  • Wissenschaftlicher Förderpreis des Botschafters der Republik Polen
  • Klaus-Mehnert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde
  • Historikerpreis der Dierlmeier Stiftung
  • Bachtin-Lefebvre Prize for Studies in Spatio Temporality


Copyright Cover & Text: De Gruyter Oldenbourg