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Promotion: Christoph T. Burmeister

Burmeister ©Christoph T. Burmeister

Burmeister, Christoph T.: Das Problem Kind. Ein Beitrag zur Genealogie moderner Subjektivierung. 

Kind und Kindheit sind in unserer westlich-modernen Kultur etwas selbstverständliches, quasi-natürliches, gerade so, als hätte es sie – und entsprechend die mit ihnen verbundenen Institutionen, Wahrnehmungen und Emotionen – immer gegeben. Doch Kind und Kindheit sind historisch, und ihr historisches Werden, dies zeigt die Studie, ist keine bloße Ableitung eigentlich entscheidender Prozesse, kein kindlicher Nebeneffekt erwachsener Politiken. Vielmehr ist es konstituierend für moderne Formen der Vergesellschaftung. Diese These vertrete ich mittels einer eigens entwickelten historisch-relationalen Soziologie des Problem Kind: Analytisch fragt sie nach Problematisierungen des Subjekts als Kind sowie nach Problematisierungen, die am, um und durch das Subjekt/Objekt Kind vollzogen werden; diagnostisch spannt sie einen zeitlichen Bogen vom frühen 15. bis ins 21. Jahrhundert, um die konstituierende Relevanz des Problem Kind für Individuum, Familienzelle, Sozialstaat sowie das weite Feld psychiatrisch-psychologisch-therapeutischer Techniken aufzuzeigen. Im Herbst 2021 erscheint die Studie im Velbrück Verlag.