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Publikation: Frank Grelka

Frank Grelka, Beutekunst und Kunstraub. Sowjetische Restitutionspraxis in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Band 67, Heft 1, 2019, S. 73–104.

Zu den ungelösten Folgeproblemen des deutsch-sowjetischen Kriegs gehört der schwierige Komplex von Beutekunst und Kunstrestitution. Trotz langjähriger Verhandlungen konnten beide Seiten hier zu keiner Übereinkunft finden. Frank Grelka, Mitarbeiter am Zentrum für interdisziplinäre Polenstudien, untersucht in einem aktuellen Beitrag für die Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte Konzepte, Ansprüche und die Durchführung der sowjetischen Kunstrequisition in Ostdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und kann zeigen, dass diese über das Prinzip der kompensatorischen restitution in kind deutlich hinausgingen. Anhand neuer Quellen aus russischen und ukrainischen Staatsarchiven weist der Osteuropahistoriker nach, dass dies kein Zufall war, sondern den Plänen der jeweiligen Mitarbeiter in Moskau entsprach, die Stalins Segen erhalten hatten. Er diskutiert politische Motive, ideologische Legitimationsmuster und spricht die Rolle deutscher Experten in diesem Prozess an.

Online: https://doi.org/10.1515/vfzg-2019-0003