Gleichstellungskonzept der EUV 2011-2013
Am 13. Juli 2011 wurde vom akademischen Senat der Europa-Universität Viadrina nach vorherigem Beschluss im Präsidium ein Gleichstellungskonzept für den Zeitraum von 2011 bis 2013 beschlossen. Die Europa-Universität Viadrina setzt sich damit das Ziel, die Gleichstellung der Geschlechter auf allen Ebenen aktiv zu stärken. Dabei wird perspektivisch ein erweiterter Gleichstellungsbegriff zu Grunde gelegt, den die Stiftung und die Viadrina in einer 2011 vom Präsidium beschlossenen Diversitypolitik in ihre strategische Ausrichtung aufgenommen haben. An der vielfältig zusammengesetzten Hochschule soll qualifizierten Personen aus Gruppen, die bisher wenigerin der Wissenschaft und in Leitungspositionen vertreten sind, die Etablierung erleichtertwerden. Außerdem soll das Gleichstellungskonzept dazu beitragen, die Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft und die Qualitätsstandards zur Chancengleichheit von Frauen und Männern an den brandenburgischen Hochschulen des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und der Brandenburgischen Landesrektorenkonferenz zu erfüllen.
Dem Konzept liegt eine Bestandsanalyse der aktuellen Lage der Gleichstellung an der EUV zugrunde. Die Universität setzt sich übergeordnete Ziele und legt Maßnahmen fest, um aktiv auf eine paritätische Vertretung von Frauen und Männern in allen Bereichen hinzuarbeiten. Auf der Ebene der Fakultäten und der Verwaltung werden diese Maßnahmen in Kürze in dezentralen Gleichstellungsplänen konkretisiert.
Das Gleichstellungskonzept in Kürze
Die Europa-Universität Viadrina kann eine Reihe von Stärken im Bereich Gleichstellung und Diversity verzeichnen. In einigen Bereichen besteht noch verstärkter Handlungsbedarf. Die wichtigsten Stärken und Schwächen sind hier zusammengefasst:
Stärken
- Hoher Studentinnen- und Absolventinnenanteil
- Hoher Anteil promovierender und habilitierender Frauen in den Kulturwissenschaften
- Zertifikat audit familiengerechte hochschule
- Programm „Mentoring für Frauen“
- Gute Repräsentanz von Frauen auf Ebene der Hochschulleitung
- Teildenomination Gender Studies (brandenburgweit eine von zwei Professuren), Studiengangsmodul Transdisciplinary Gender Studies
- Anreizkompatible interne Mittelvergabe für die Berufung von (Junior-)Professorinnen
Schwächen
- Professorinnenanteil (W2/W3 bzw. C3/C4) unter dem Bundesdurchschnitt
- Fehlende Förderprogramme für den wissenschaftlichen Nachwuchs
- Anteil befristet beschäftigter Frauen und Männer höher als im Bundesdurchschnitt
- Verankerung von Gender als Querschnittsthema in Studium, Lehre und Forschung sowie Vernetzung zur Geschlechterforschung schwach ausgeprägt
- Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen im nichtwissenschaftlichen Bereich
- Verankerung von Gleichstellung in der Hochschulleitung fehlt
Abb. 1: Frauen- und Männeranteil an den verschiedenen Qualifikationsstufen an der EUV
Abb. 2 Frauenanteil im Qualifikationsverlauf an der Viadrina (nach Fakultäten). Stand: 2009, bei Promotionen und Habilitationen 2003-09
Gleichstellungsziele und Schwerpunktsetzungen
Für den Zeitraum von 2011 bis 2013 stellt sich die Europa-Universität sechs übergreifende Ziele:
- Erhöhung des Professorinnen- und Juniorprofessorinnenanteils
- Gender- und diversitysorientierte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
- Vereinbarkeit von Studium, Wissenschaft und Beruf mit Familienaufgaben
- Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen
- Verankerung von Gleichstellungspolitik in der Universitätsstruktur
- Integration von Gender- und Diversitybezügen in Studium, Lehre und Forschung
Auf Grundlage der durchgeführten Bestandsanalyse sind bis zum Jahr 2013 folgende Zielzahlen für die forschungsorientierten Gleichstellungsstandards vom Präsidium festgelegt worden: Der Frauenanteil von 57% zu Beginn der Promotion soll bei Abschluss der Promotion möglichst gehalten werden. Der Professorinnenanteil soll auf 22% erhöht werden; für den nächsten Abschnitt der Strukturentwicklungsplanung (2015-2020) wird eine Erhöhung auf 30% angestrebt.
Tabelle 1: Zielzahlen der Viadrina bis 20131
| Wissenschaftliche Karrierestufen | Männlich | Weiblich |
| abgeschlossene Promotionen | 45% |
55% |
| abgeschlossene Habilitationen | 50% | 50% |
| Juniorprofessuren | 50% | 50% |
| Professuren | 78% | 22% |
| Professuren W2/C3 | 55% | 45% |
| Professuren W3/C4 | 85% | 15% |
| Leitungspositionen | 66% | 33% |
Abb. 3 Frauenanteil im Qualifikationsverlauf bundesweit und an der Viadrina (Ist und Soll bis 2013)
Der Gleichstellungsrat
Gleichstellungsmaßnahmen und Gender Mainstreaming sowie die Berücksichtigung von Diversityaspekten sind Aufgaben der gesamten Stiftung und Hochschule. Sie stellen Querschnittsthemen dar in dem Sinne, dass geschlechtsspezifische und andere Ungleichheiten wie auch bestehende Nachteile in allen Bereichen der Stiftung und Hochschule und bei allen Abläufen in Forschung, Lehre und Studium sowie in den wissenschaftsstützenden Einheiten systematisch analysiert und reflektiert werden sollen, um ggf. ausgleichend handeln zu können.
Zur Verwirklichung der Maßnahmen des Gleichstellungskonzepts hat die Universität einen Gleichstellungsrat eingerichtet, der die Umsetzung koordinieren und dabei beraten wird.
Abb.4: Gleichstellungsrat der EUV
Das vollständige Gleichstellungskonzept finden Sie >hier.





