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Das spezifische Profil der Viadrina

Aus einem solchen breiteren Fächer von Zielen für die Internationalisierung von Wissenschaft und damit auch für die Viadrina ergeben sich eine Reihe von Folgerungen. Um den Reichtum der kulturellen Vielfalt erschließen zu können, sollten die Themen von Forschung und Lehre möglichst international orientiert sein. Dabei liegt es nahe, einen besonderen, aber nicht ausschließlichen Schwerpunkt des Forschungs- und Lehrprofils der Viadrina geographisch auf Europa, insbesondere Polen, Mittelosteuropa und die EU (einschließlich der Anrainerregionen) zu legen. Das gilt neben den Themen auch für die Personen. Ein herausragendes Ziel der Viadrina ist daher zum einen die internationale Zusammensetzung des Lehrkörpers und der Studierendenschaft und zum anderen – im Zusammenhang damit – der Austausch und die Kooperation mit einer großen Zahl von internationalen Universitäten. Die internationale Kooperation sollte, wenn irgend möglich, auf gemeinsamen Interessen in der Forschung oder zumindest hinsichtlich von gemeinsamen Lehrprogrammen und Abschlüssen beruhen, um dauerhaft mit Leben erfüllt zu sein.Neben dem Austausch von Studierenden, auf dem in der Regel das größte Gewicht liegt, gilt es denjenigen von Lehrenden zu stärken, insbesondere im Mittelbau.

Darüber hinaus sind Kooperationen im Praxis- und Praktikumsbereich geboten, weil solche Praxisbezüge inzwischen zum Standard wissenschaftlicher Ausbildung gehören und weil nicht nur in Politik und Kultur, sondern gerade auch in der Wirtschaft der erfahrene Umgang mit unterschiedlichen (Unternehmens)kulturen wegen der ökonomischen Globalisierung zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Neben dem geographischen Schwerpunkt Polen, Mittelosteuropa und Europäische Union hat die Viadrina hinsichtlich ihrer Internationalität immer einen hervorragenden Wert auf den kompetenten Umgang mit mehreren Sprachen, nicht nur mit dem Englischen, gelegt. Sie fordert von ihren Absolventen nicht nur regelmäßige Auslandsaufenthalte, sondern auch die Kenntnis mehrerer Sprachen, auch auf Fachsprachenniveau.

Diese Mehrsprachigkeit soll neben dem geographischen Schwerpunkt als weiteres besonderes Profilmerkmal der Viadrina weiter ausgebaut werden. Mehrsprachige Studiengänge werden zumindest in Deutschland bisher nicht angeboten. Die Viadrina kann hier eine Vorreiterrolle spielen. Einige wissenschaftspolitische Initiativen in jüngster Zeit deuten zugleich darauf hin, dass die Begründungslogik solcher Mehrsprachigkeit zunehmend erkannt wird.

Sie liegt darin, dass Europa auch in Zukunft mehrsprachig sein wird und die damit verbundene Vielfalt der Kulturen, wenn man sich darauf einlässt und für sie Kompetenzen entwickelt, eine vorzügliche Chance bietet, Europas globales Engagement qualitativ zu stärken und nicht zuletzt auf dem globalen Arbeitsmarkt nachgefragt zu werden. Da die Viadrina, vor allem in der Kulturwissenschaftlichen Fakultät, dem interdisziplinären Zugang zur Wissenschaft eine besondere Bedeutung zumisst, liegt hier eine schlüssige Komplementarität von Interdisziplinarität und mehrsprachiger Internationalität, der es ja auch darum geht, Grenzen zwischen verschiedenen Kulturen zu überbrücken. Zugleich bietet die Mehrsprachigkeit eine spezifische Orientierung für die drei Fakultäten, die sich mit dem jeweiligen Fachprofil gut verbinden lässt.

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