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Konkrete Folgerungen für Forschung und Lehre

Generell geht es darum die personelle und die thematische Internationalisierung auf den geographischen Schwerpunkt zu fokussieren, ohne eine unfruchtbare Einengung des Horizonts zu bewirken. Zugleich muss die Mehrsprachigkeit in Forschung und Lehre gestärkt werden. Deshalb kommt neben der Internationalisierung des Lehrkörpers der Qualität des Sprachenzentrums eine besondere Bedeutung zu. Dazu gehören nicht nur eine gute Ausstattung, sondern auch eine gelungene Kooperation zwischen Sprachenzentrum und den Fakultäten und eine fachlich und kulturwissenschaftlich hochqualifizierte Sprachvermittlung.

Während die gängige Sprache der Internationalisierung in der Wissenschaft das Englische ist, hat die Viadrina von Anfang an daneben auch das Polnische vorgesehen, allerdings bisher nur bei einem Bachelor- und Master-Programm (Bachelor and Master of German and Polish Law, der auf Deutsch und Polnisch unterrichtet wird). Dieser Ansatz soll nun zu einer systematischen Mehrsprachigkeit in Lehre und Forschung ausgebaut werden. Dafür vorgesehen sind zunächst zwei Master-Programme: der „Master of European Studies“ und der „Master of International Business Administration“, die bereits auf Deutsch und Englisch unterrichtet werden und nun – durch entsprechende Forschung unterlegt - jeweils einen viersprachigen Zweig (zusätzlich auf Polnisch und Französisch) erhalten sollen. Die Studierenden können daraus drei als Abschlusssprachen wählen. Forschung und Lehre soll jeweils von Muttersprachlern durchgeführt werden.

Solche Programme, in denen Studierende in einer kleineren Gruppe zwei Jahre zusammen studieren und ein Semester davon im Ausland verbringen, bieten eine attraktive Ergänzung zu den an der Viadrina bereits praktizierten Auslandsaufenthalten, weil sie den Dialog der Wissenschaftskulturen und die Netzwerkbildung zwischen den Studierenden besonders intensiv fördern. Dies ist um so wichtiger, als die Viadrina ihre Absolventen auf verantwortungsvolle Aufgaben im europäischen Raum mit interkultureller Kompetenz und gesamteuropäisch ausgerichtetem Verantwortungs- sinn vorbereiten will. Angesichts der Grundorientierung auf Mittel- osteuropa liegt es darüber hinaus nahe, Graduiertenprogramme (Master- und Doktorabschlüsse) in enger Kooperation mit mittelosteuropäischen Partnern zu praktizieren und Mehrsprachigkeit dann auch auf diesen Raum (Polen, Ukraine, Belarus, Baltikum, Russland) anzuwenden.

Ein weiteres Profilmerkmal im Sinne der besonderen Sprachkompetenz bilden multinationale Abschlüssen, die die Viadrina quantitativ und qualitativ weiter entwickeln will.

Schließlich gehört zum besonderen Profil der Viadrina in der allgemeinen Förderung internationaler Forschungskooperation, einen Akzent auf den Vergleich unterschiedlicher nationaler Wissenschaftskulturen, ihrer Beeinflussungen und ihres Dialogs zu legen.

Ganz allgemein kann es dabei nicht um einen unendliche quantitative Ausbau gehen. Vielmehr gilt es in der kommenden Zeit, unsere bisherigen Beziehungen und Programme zu konsolidieren und qualitativ zu stärken.

Dass der hohe Grad an Internationalisierung wegen des intensiven Austauschs und der erforderlichen Auslandsaufenthalte, aber auch wegen des besonderen Einzugsbereichs Mittelosteuropa einen hohen Bedarf an Stipendien hervorruft, versteht sich von selbst. Darüber hinaus kann die Internationalisierung an der Universität nur gelingen, wenn auch die persönliche Integration der Lehrenden und der Studierenden gelingt. Alle Studien zu diesem Thema und alle Erfahrungen zeigen, dass sich dies nicht von selbst versteht, sondern einer ständigen Unterstützung durch einführende interkulturelle Workshops, im Wohnbereich, für Exkursionen und Initiativen sowie Arbeitsgemeinschaften zusätzlich zu den regulären Veranstaltungen in Forschung und Lehre bedarf.