Sabine Walter
Ihre erste Station führte sie in die Personalabteilung, wo sie als Personalreferentin zum Teil schwierige Gespräche mit Mitarbeitern, Vorgesetzten oder Betriebsräten führen musste. „Ich hatte keinen Welpenschutz, sondern gleich volle Verantwortung für einen ganzen Personalbereich“, sagt die 27-Jährige, die derzeit in Hildesheim arbeitet. Die Ausbildung während des Traineeprogramms ist vielseitig. Nach der Personalabteilung ist Sabine Walter nun im Controlling. So lernt sie nach und nach die verschiedenen Bereiche des Unternehmens kennen. Sie stand auch schon zwei Wochen in der Frühschicht ab 5.45 Uhr am Fließband und montierte Starter. Ihr haben sich dadurch ganz neue Perspektiven erschlossen – zum Beispiel zum Stichwort „Arbeitsplatzgestaltung“. „In der Bank kann man seine Schreibtischhöhe verändern. In der Fabrik geht es um ganz andere Dinge“, sagt sie.
Noch vor wenigen Jahren hat die gebürtige Berlinerin nicht damit gerechnet, einmal in der Automobilindustrie zu arbeiten. Ihre Ausbildung begann sie 2002 mit einem Studium der Kulturwissenschaften an der Europa Universität Viadrina. „Ich hatte die Uni an einem Tag der offenen Tür kennengelernt und das Gefühl, da passiert noch etwas“, erinnert sie sich. Die familiäre Atmosphäre und die Unterstützung der Kommilitonen und Professoren erlaubte es ihr, nebenbei Leistungssport zu betreiben. Sabine Walter war mehrere Jahre lang Mitglied der Deutschen Segel-Nationalmannschaft. Ihr größter Erfolg ist der Titel als Juniorenweltmeisterin im Segeln. Ein Auslandssemester absolvierte sie in Montpellier an der französischen Mittelmeerküste.
Nach dem Abschluss des Erststudiums ging Sabine Walter nach Dublin, wo sie sich während eines Forschungssemesters auf die nächste Station vorbereitete: die George Washington Universität in Washington DC, an der sie einen Master in „Organizational Management“ anschloss. Schwerpunkt ihres Studiums war die effektive Gestaltung von Veränderungsprozessen in Unternehmen und Organisationen. „Die Universität hat mich auch gleich ins Boot geholt“, sagt Sabine Walter, die seit Oktober 2007 ein Jahr lang als interne Beraterin an der Uni tätig war. Sie arbeitete unter anderem an der Neustrukturierung des Bewerbungssystems mit, an der Entwicklung von neuen Studienprogrammen und war Ansprechpartnerin für die Studenten.
„Das Fulbright-Programm, das mir bei der Finanzierung meines Studium in den USA half, sieht vor, dass man im Anschluss wieder in sein Heimatland zurückkehrt“, sagt sie. Denn das Programm sei auch zur Förderung des kulturellen Austauschs gedacht. Daher war 2008 der Neuanfang in Deutschland nötig. Ins Ausland zieht es Sabine Walter aber immer wieder. Der nächste lange Aufenthalt steht bereits fest: Im Sommer geht sie für ein halbes Jahr nach Shanghai. Auch das gehört zu ihrer Ausbildung bei Bosch.

