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Jan Bahr

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Jan Bahr betreibt ein Burger-Restaurant in Wien
Damit, dass er einmal Wiener mit seinen Hamburgern begeistern würde, hat Jan Bahr aus dem nordhrein-westfälischen Kleve nie gerechnet. Vor einem Jahr eröffneten der 28-Jährige und seine Freundin Barbara Kunze in der österreichischen Hauptstadt ein kleines Restaurant. Mittlerweile haben der Deutsche und die Österreicherin dort Tausende Burger serviert, nach denen sich Gastrokritiker und Gäste gleichermaßen die Finger lecken.

In ihrem Lokal mit gerade einmal 20 Sitzplätzen pflegen sie eine Synthese von klassischem Fast Food und dem neuen Trend zu hochwertigen Bio-Produkten: Die Zutaten für ihre Kreationen sind von bester Qualität und stammen ausschließlich von regionalen Biobetrieben. Sie tragen Namen tragen wie „Fleischeslust Burger“, „Gorgonzola Burger“ oder „Blunz'n Burger“ (mit gebratener Blutwurst). Ketchup und Mayo stellen die Burgermacher sogar selbst her. „Wir heben uns damit von normalem Fast Food ab“, sagt Jan Bahr. Die Wiener wissen das zu schätzen, egal ob jung oder alt: Gleich nach der Eröffnung des Lokals im März 2008 erschienen etliche Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, in denen Restaurantkritiker das kleine Fast-Food-Restaurant der anderen Art lobten.

Daraufhin war der Andrang mit 300 Gästen pro Tag riesig. Mittlerweile kommt Bahr mit dem Burgerbraten wieder hinterher. „Das Geschäft läuft wirklich gut“, freut er sich. Neben seinem überwiegend jüngeren Publikum hat er auch 80-jährige Rentner für Burger und Pommes begeistern können. Handwerkliches und theoretisches Rüstzeug erwarben die beiden Burgermacher in der exklusiven „Universität der Gastronomie-Wissenschaft“ im italienischen Colomo, in der genussvolles, bewusstes und regionales Essen propagiert wird.

„Ich habe mir schon immer gut vorstellen können, einmal in der Gastronomie zu arbeiten“, erzählt Jan Bahr. Bereits als Jugendlicher stand er am heimischen Herd und experimentierte mit verschiedenen Zutaten: „In der Küche konnte man viel kreativer sein als in der Schule.“ Dass das Paar ausgerechnet mit Burgern erfolgreich wurde, verdankt es ehemaligen Mitstudenten. „Wir haben an der Uni in Italien immer viel gekocht“, erinnert sich der Klever. Für seine amerikanischen Kommilitonen hat er häufig Burger zubereitet. „Die haben sich einfach nicht getraut, das selbst in die Hand zu nehmen.“ Bahr experimentierte mit Fleisch und Käse. Seine Kreationen kamen an. So entwickelte er mit seiner Freundin die Idee, in deren Heimat ein Restaurant zu eröffnen. Jan Bahr war für diesen Schritt nicht nur kulinarisch bestens bewandert. Vor seinem Aufbaustudium in Italien hatte er bereits Betriebswirtschaftslehre in Frankfurt (Oder), Aachen und im australischen Brisbane studiert. Für Fernreisen bleibt heute kaum noch Zeit. Das Lokal nimmt viel Zeit und Kraft in Anspruch.