Viadrina Center for Graduate Studies
Risikoanalyse im Baltikum und Mittelosteuropa
Kontakt und weitere Informationen: Prof. Dr. Karl Ludwig Keiber, Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften, insbes. International Finance, +49(0)335-5534-2911 (Phone), keiber@euv-frankfurt-o.de
Das an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät angesiedelte Promotionskolleg befasst sich mit der Entwicklung von Bewertungsmethoden für unternehmerische Aktivitäten auf den Märkten im Baltikum und Mittelosteuropa. Kernthemen des Kollegs sind: Methoden zur Kapitalkostenermittlung, prognostische Modelle zur Entwicklung von Finanzmärkten, statistische Modelle zur Bewertung ökonomischer Prozesse sowie Mess-Systeme zur Auswertung von Maßnahmen der Corporate Social Responsibility (CSR).
Ein Arbeitsfeld des Kollegs ist die systematische Erfassung, Beobachtung und Überwachung ökonomischer Prozesse unter Verwendung nicht-linearer Kombinationen univariater GARCH-Modelle. Im Zentrum des Interesses liegt dabei die Frage, welche Anpassungen für verschiedene Regelkarten (Shewhart charts, exponentially-weighted-moving-average charts, cumulative-sum charts) notwendig sind, um Werkzeuge für Zeitreihenanalysen der baltischen Finanzmärkte zu entwickeln.
Bei der Analyse von Finanzmarktdaten bieten sich hingegen Dichtevorhersagen (Density Forecasts) an, die den Beurteilenden zugleich ein Bild der mit der Vorhersage verbundenen Unsicherheit vermitteln. Die im Kolleg diskutierte Frage ist, wie Bewertung, Vergleich und Kombination von Density Forecasts mithilfe der statistischen Methode des Shape Modelling verbessert und für Prognosen des Folgetages verwendet werden können.
Empirisch belegt ist, dass die Unternehmensverschuldung als ökonomische Variable signifikanten Einfluss auf zukünftig generierte Renditen hat. In aktuellen Verfahren der Cross-Section der erwarteten Renditen wird der Verschuldungseffekt jedoch von einer anderen Variablen absorbiert und geht damit als Bezugspunkt der Bewertung verloren. Im Kolleg werden in Auseinandersetzung mit diesen und weiteren Ansätzen (CAPM, Tax-CAPM) alternative Möglichkeiten zur Integration der Variablen „Unternehmensverschuldung“ als Bestandteile einer präziseren Methode zur Kapitalkostenermittlung analysiert.
Im wachsenden Markt für Geldanlagen mit ethischen, sozialen und ökologischen Kriterien stehen bislang kaum geeignete Messsysteme zur Verfügung, die den Unternehmen eine fundierte Einschätzung von Maßnahmen der Corporate Social Responsibility (CSR) erlauben würden. Im vierten Kernthema des Kollegs wird daher gefragt, wie man dem zunehmenden Interesse privater und institutioneller Stakeholder an einer ethischen, ökologischen und sozialen Rechnungslegung geeignete Bewertungssysteme zur Seite stellen kann, und welche Kriterien Auswertungstools erfüllen müssen, um sowohl den Adressaten, als auch den Erstellern von CSR-Berichten eine strukturierte und branchenspezifische Analyse von CSR-Maßnahmen zu ermöglichen.

