Forschungsdatenbank - Datenbasis / Projekt
Fakultät: Kulturwissenschaftliche Fakultät
>> Kulturgeschichte
Professur:
Professur für Denkmalkunde
Professurinhaber:
Prof. Dr.-Ing. P. Paul Zalewski
Projekttitel:
Historisches Bauhandwerk der Barockzeit in den welfischen Residenzstädten Celle und Hannover. Ein Ausstellungsprojekt in Kooperation mit dem Historischen Museum, Hannover und mit dem Stadtarchiv Celle
Projektleitung:
Professur für Denkmalkunde, Prof. Paul Zalewski, Dipl.-Ing. Hedda Saemann
Projektart: Teilprojekt
Finanzierung: Eigenfinanzierung EUV
Weitere Geldgeber:
Stadt Celle, Landeshauptstadt Hannover
Projektbeginn: 01.01.2009
Projektende: 26.06.2010
Projektbeschreibung in deutsch:
Holzdachwerke faszinieren schon allein durch ihre erstaunliche Kontinuität. Sie sind eine prähistorische Erfindung, für die es in Mitteleuropa bis ins 19. Jh. keine Alternativen gab. Diese allgegenwärtigen Zeugnisse der historischen Zimmermannskunst sind aber dem Publikum kaum bekannt, weil sie immer unter der Dachhaut verborgen bleiben. Das ist auch ein Grund dafür, dass sie, anders als Fassaden und viele andere Gebäudebereiche, relativ unbeeinflusst von Mode- und Stilerscheinungen blieben. Grundsätzliche Veränderungen des Dachgefüges wurden meistens nur dann vorgenommen, wenn sie aus statischen Gründen erforderlich waren, so dass das Dachwerk neben dem Keller oftmals der älteste Teil eines Gebäudes ist. Ein Dachwerk gibt daher Aufschluss über den technischen Entwicklungsstand und die handwerklich-konstruktiven Fähigkeiten seiner Entstehungszeit. Seine Bauweise und Gefügedetails liefern darum wichtige Hinweise zur Klärung der Datierungsfragen bei historischen Gebäuden mit komplexer Bau- und Umbaugeschichte.
Die Epoche des Barock bildet den zweiten Höhepunkt der Zimmermannskunst nach der Gotik. Die
Dachwerke dieser Zeit stehen am Übergang vom handwerklichen zum wissenschaftlich begründeten
Bauen. Während dieses Kapitel im süd- und mitteldeutschen Raum weitgehend erforscht ist, fehlen
bisher zusammenfassende Studien zu Dächern norddeutscher Profanbauten. Dieses Defizit wurde von den Autoren der Ausstellung bereits vor einigen Jahren aufgegriffen. Mehrere Duzend herrschaftliche Objekte, die gerade in den welfischen Residenzen ein spannendes Zeugnis über einen Bauboom um 1700 ablegen wurden archivalisch, bauforscherisch und dendrochronologisch untersucht. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden im Dezember 2007 in den vergleichenden Kontext im Rahmen einer internationalen Tagung an der Leibniz-Universität Hannover gestellt.Die Ausstellung zeigt diese Objekte und führt gleichzeitig in den historischen sowie technischen Kontext von Holzverarbeitung, Zimmermannstechniken und in das Grundrepertoire der barocken Konstruktionen ein.
Publikationen:
Zalewski, Paul (Hg.), Dachkonstruktionen der Barockzeit in Norddeutschland und im benachbarten Ausland; Petersberg 2009
Zalewski, Paul, Saemann Hedda, Zu Genese und Transfer des Mansarddaches: die Rolle von Architekten und Architekturtheoretikern. In: Hausbau im 15. Jahrhundert – Elsass und Oberrhein (Jahrbuch für Hausforschung, Bd. 58), Marburg 2008, S. 497-513.
Zalewski, Paul, Saemann Hedda, Researching Baroque Roof Structures in North-West Germany. Studies in the former Ducal Seats of Celle and Hannover.Zusammen mit Hedda Seamann. In: Construction History Society - Newsletter 02/2007, S. 10-11.
Hedda Saemann: Dachwerke über profanen Barockbauten in Celle, in: Celler Chronik 14, Celle 2007
Zalewski, Paul, Saemann Hedda, Palais Courgellon in Celle – Befunde zum Dachwerk. Erscheint 2011 in: Jahrbuch für Hausforschung.

