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Forschungsdatenbank - Datenbasis / Projekt

Fakultät: Kulturwissenschaftliche Fakultät

>> Kulturgeschichte

Professur:

Professur für Denkmalkunde

Professurinhaber:

Prof. Dr.-Ing. P. Paul Zalewski

Projekttitel:

„Zedernholz“ an friderizianischen Innenausstattungen in Potsdamer und Berliner Schlössern Materialtechnische Untersuchungen, Nomenklatur, Handelswege

Projektleitung:

Jörg Weber

Projektart: Promotion

BetreuerIn der Promotion: Prof. Dr. -Ing. P. Paul Zalewski

Finanzierung: Sonstiges

Projektbeginn: 11.05.2011

Projektbeschreibung in deutsch:

Zedernholz zählt zu den ältesten kulturhistorisch bedeutsamen Materialien der Menschheit. Allerdings spricht man schon im Alten Testament von einer aussterbenden Baumart. Krünitz führt dazu im Artikel Ceder seiner ökonomisch-technologischen Enzyklopädie Zeitzeugenberichte an, die die starke Dezimierung der Zedern bestätigen. Es ist daher anzunehmen, dass echtes Zedernholz im 18. Jahrhundert nur schwer zu erwerben war. Trotzdem wird in den Raum- und Inventarbeschreibungen von preußischen Schlössern immer wieder „Zeder“ für die Verarbeitung an Holzausstattungen erwähnt. Während restauratorischer Untersuchungen an Fußböden im Neuen Palais konnte jedoch durch mikroskopische Holzartenbestimmungen nachgewiesen werden, dass Parketttafeln entgegen den historischen Inventarbeschreibungen nicht mit Zedern- sondern mit Wacholderholz furniert sind. Doch wie konnte es zu dieser falschen Zuordnung kommen? Eine detaillierte Untersuchung der Namensgebung lässt bereits erste Rückschlüsse zu. Schon im 18. Jahrhundert handelte man mit Holz, das nach Krünitz´ Beschreibungen als Wacholderart bekannt war, vertrieb es jedoch als Zedernholz. Zum Handel mit Zedernholz weiß man bisher wenig. Entweder werden Handelsgebräuche aus der Zeit der phönizischen Stadtstaaten beschrieben oder es lassen sich innereuropäische Handelswege nachvollziehen. Ziel der Dissertation ist die Überprüfung der Hypothese, dass an friderizianischen Innenausstattungen von Potsdamer und Berliner Schlössern die Verwendung von Zedernholz zwar einen außergewöhnlichen Stellenwert einnahm, es sich jedoch nicht um das sagenumwobene Material aus Kleinasien handelte. Dazu konnte bereits nachgewiesen werden, dass der Potsdamer Hof Zedernholz hauptsächlich aus Amsterdam und Hamburg bezog. Welche `Zedern´ überhaupt in diese Häfen gelangen konnten, will die Dissertation zunächst durch eine zusammenfassende Systematisierung von Nomenklatur, Charakteristika, Herkunft und Identifizierung sogenannter Zedernhölzer klären. Auf dieser Grundlage sollen anschließend die Handelswege ausgewählter Holzarten aus ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet nach Europa ergründet werden.

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