Forschungsdatenbank - Datenbasis / Projekt
Fakultät: Kulturwissenschaftliche Fakultät
>> Kulturgeschichte
Professur:
Professur für Denkmalkunde
Professurinhaber:
Prof. Dr.-Ing. P. Paul Zalewski
Projekttitel:
Die Translozierung des Tempels von Kalabsha. Das Deutsche Archäologische Institut Kairo und die Umstände der ersten großen Versetzung der Nubischen Rettungsaktion
Projektleitung:
Andreas Huth
Projektart: Promotion
BetreuerIn der Promotion: Prof. Dr. -Ing. P. Paul Zalewski
Finanzierung: Sonstiges
Projektbeginn: 01.05.2011
Projektbeschreibung in deutsch:
Im Rahmen der Internationalen Kampagne zur Rettung des Nubischen Erbes („Nubische Rettungsaktion“) wurden zwischen 1958 und 1980 insgesamt 18 Tempel versetzt. Als deutschen Beitrag nahm die Abteilung Kairo des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) 1961-1963 die Versetzung des Tempels von Kalabsha vor. Die Versetzung eines Tempels dieser Größenordnung war ein absolutes Novum. Bis zu diesem Zeitpunkt waren nur kleinere Objekte versetzt worden. Kalabshas Versetzung wurde bis heute mehrfach beschrieben, ihre Umstände und ihr zeitlicher Kontext dabei aber nicht mit einbezogen. Darüber hinaus wurde bisher fast nur von Personen publiziert, die an der Versetzung in irgendeiner Form beteiligt waren. Eine Darstellung der Versetzung auf Basis von Dokumenten steht bisher aus. Die Autoren der bisherigen Literatur hatten zudem auch nicht die Möglichkeit, auf interne Dokumente anderer Beteiligter zuzugreifen. Durch Ablauf der Sperrfristen sind die Aktenbestände zum Thema nun mittlerweile zugänglich. Fragen, die im Rahmen der Promotion geklärt werden sollen, sind unter anderem: Wie kam es dazu, daß das DAI Kalabsha versetzt hat? Wie war die Versetzung von Kalabsha in das Gesamtprojekt „Nubische Rettungsaktion“ integriert? Wirkten sich Erfahrungen bei der Versetzung Kalabshas auf die weitere Rettungsaktion aus? Warum wurde der Tempel nicht offiziell eröffnet, sondern erst 1975 im Rahmen der Eröffnung eines wiedererrichteten Sanktuars auf Elephantine (Assuan) mit übergeben? Daß die Nubische Rettungsaktion längst nicht stringent und durchgeplant ablief und durchaus im Verlauf sehr unterschiedlich ausgeprägt war, daß sie von den (welt)politischen Umständen mitbestimmt wurde und zeitweise auch unter massiven Finanzierungsproblemen litt, wird leider heute kaum mehr wahrgenommen. Einen ersten Beitrag zur vertieften Darstellung und Diskussion der Rettungsaktion soll das oben skizzierte Promotionsvorhaben liefern und so hoffentlich den Anstoß geben für eine weitergehende Erforschung des denkmalpflegerischen Phänomens „Nubische Rettungsaktion“.

