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Prof. Dr. Bożena Chołuj

Professorin für Deutsch-Polnische Kultur- und Literaturbeziehungen und Gender Studies, Kulturwissenschaftliche Fakultät, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Deutschland, und Universität Warschau, Polen

Die deutsch-pol­ni­schen Be­zie­hun­gen, Li­te­ra­tur­wis­sen­schaf­ten und Gen­der Stu­dies sind drei Fel­der, de­ren Klam­mer mein zen­tra­les For­schungs­in­ter­es­se dar­stellt: die Fra­ge der Iden­titäts­bil­dung, d.h. der Pro­zes­se, in de­nen na­tio­na­le, kul­tu­rel­le und ge­schlecht­li­che Dif­fe­ren­zen evo­ziert, kon­stru­iert und

dis­ku­tiert wer­den. Die Ka­te­go­rie der Gren­ze ist da­bei von grund­le­gen­der Be­deu­tung, weil ich mich vor al­lem mit den aus­gren­zen­den und ein­bin­den­den kul­tu­rel­len Pra­xen, po­li­ti­schen Stra­te­gi­en und tex­tu­el­len Kon­struk­tio­nen aus­ein­an­der­set­ze, die den in­di­vi­du­el­len Körper zum Träger/Re­präsen­tan­ten von Dif­fe­renz sta­tu­ie­ren. Es geht mir da­bei nicht um die Ge­genüber­stel­lung von Frem­dem und Ei­ge­nem, son­dern viel­mehr dar­um, wie das Wis­sen um Dif­fe­renz in un­ter­schied­li­chen Ländern, Kul­tu­ren und un­ter un­ter­schied­li­chen so­zio-po­li­ti­schen Be­din­gun­gen pro­du­ziert und zu wel­chen Zwe­cken sie mo­bi­li­siert und in­stru­men­ta­li­siert wird. Mein For­schungs­ma­te­ri­al um­fasst die deut­sche und pol­ni­sche schöne Li­te­ra­tur und an­de­re zeit­genössi­sche Text­sor­ten aus bei­den Kul­tur­be­rei­chen, zu de­ren Ana­ly­se ich Grun­d­an­nah­men, Ka­te­go­ri­en und me­tho­do­lo­gi­sche Ansätze aus Wis­sen­schafts­ge­schich­te und -theo­rie, Dis­kur­s­ana­ly­se so­wie aus dem Be­reich der Gen­der- und Trans­la­ti­on Stu­dies ver­wen­de. Mit ih­nen un­ter­su­che ich Macht­verhält­nis­se, die sich aus un­ter­schied­li­chen Dis­kur­sen er­ge­ben. Mein an­de­res zen­tra­les Ar­beits­feld ist die Über­set­zung, je­doch nicht nur mit Be­zug auf Tex­te, son­dern vor al­lem als Me­di­um des Wis­sens und der Kom­mu­ni­ka­ti­on, nicht al­lein als Mit­tel der Verständi­gung, son­dern als Ver­wei­len in und Aus­hal­ten von Dis­sens, als Aus­hand­lung von Kon­flik­ten und Klärung von (Miss-)Verständ­nis­sen.