diskutiert werden. Die Kategorie der Grenze ist dabei von grundlegender Bedeutung, weil ich mich vor allem mit den ausgrenzenden und einbindenden kulturellen Praxen, politischen Strategien und textuellen Konstruktionen auseinandersetze, die den individuellen Körper zum Träger/Repräsentanten von Differenz statuieren. Es geht mir dabei nicht um die Gegenüberstellung von Fremdem und Eigenem, sondern vielmehr darum, wie das Wissen um Differenz in unterschiedlichen Ländern, Kulturen und unter unterschiedlichen sozio-politischen Bedingungen produziert und zu welchen Zwecken sie mobilisiert und instrumentalisiert wird. Mein Forschungsmaterial umfasst die deutsche und polnische schöne Literatur und andere zeitgenössische Textsorten aus beiden Kulturbereichen, zu deren Analyse ich Grundannahmen, Kategorien und methodologische Ansätze aus Wissenschaftsgeschichte und -theorie, Diskursanalyse sowie aus dem Bereich der Gender- und Translation Studies verwende. Mit ihnen untersuche ich Machtverhältnisse, die sich aus unterschiedlichen Diskursen ergeben. Mein anderes zentrales Arbeitsfeld ist die Übersetzung, jedoch nicht nur mit Bezug auf Texte, sondern vor allem als Medium des Wissens und der Kommunikation, nicht allein als Mittel der Verständigung, sondern als Verweilen in und Aushalten von Dissens, als Aushandlung von Konflikten und Klärung von (Miss-)Verständnissen.