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Prof. Dr. Christoph Asendorf

Professor für Kunst und Kunsttheorie, Kulturwissenschaftliche Fakultät, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Deutschland

In meh­re­ren Ar­bei­ten ha­be ich mich aus kunst- und kul­tur­ge­schicht­li­cher Sicht mit der im his­to­ri­schen Ver­lauf sicht­bar wer­den­den Verände­rung der Raum­auf­fas­sung und -dar­stel­lung in Wer­ken ins­be­son­de­re der Ar­chi­tek­tur und Ma­le­rei be­fasst. Lei­tend war da­bei die Fra­ge, in wel­cher Wei­se die

neu­ar­ti­gen Raum­bil­der in der Kunst spe­zi­ell der Mo­der­ne und der frühen Neu­zeit auf ei­ne veränder­te zi­vi­li­sa­to­ri­sche Raum­pra­xis ver­wei­sen – wel­che Aus­wir­kun­gen ha­ben al­so bei­spiels­wei­se neue Tech­no­lo­gi­en wie die Luft­fahrt ge­habt, oder, im Ba­rock, die neu­en For­men ab­so­lu­tis­ti­scher Staat­lich­keit? Da­bei geht es im­mer wie­der, et­wa bei der Ana­ly­se von Gebäuden, um die ästhe­ti­sche Ar­ti­ku­la­ti­on von Gren­zen und Übergängen, um Pro­zes­se des Öff­nens und Schließens, um das Of­fe­ne, Ge­schlos­se­ne oder Per­mea­ble von Körpern und Ober­flächen, auch um Fra­gen der Ska­lie­rung und der Ver­mitt­lung von Di­stanz und Nähe. Wenn es stimmt, dass die Kunst „ein ge­schicht­li­cher Grad des Raum­be­wusst­seins“ ist, dann kann die Ana­ly­se der Wer­ke auch wei­ter­rei­chen­de kul­tur­ge­schicht­li­che und kul­tur­wis­sen­schaft­li­che Fra­gen be­ant­wor­ten hel­fen.